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Schnee – tauend

Siedlung im langsam wieder verschwindendem Schnee liegend. Ja, auch in Frankfurt am Main liegt manchmal Schnee. Es sind keine große Massen und meist ist er am nächsten Tag schon wieder verschwunden. Heute war nachmittags von dem tags zuvor gefallenem Weiß noch etwas zu sehen und es schaute danach aus, als ob sich Reste davon noch in die Dunkelheit retten könnten.

Vor zehn Jahren: Am Liederbach

Der Liederbach in der Gemarkung Unterliederbach. Am 19. Juli 2015 führt er noch Wasser. Nur wenige Jahre später fiel der Bach immer häufiger trocken. Einmal habe ich die Stelle als Untergrund für eine Fotoserie genutzt, die Fotografierte brauchte keine Angst vor nassen Füßen zu haben.

Im Jahr 2020 wollte ich sogar den Vorschlag machen, den Liederbach in Liederbachkiesweg umzubenennen. Der neue Namen erschien mir dann doch zu sperrig.

Vor fünfzehn Jahren: Alter Friedhof in Niederrad

Der Alte Friedhof am 18. Juli 2010 in Frankfurt am Main Niederrad. An die einstige Bestimmung des heutigen Spielplatzes erinnern nur noch die Friedhofsmauer und einige wenige an der westlichen Friedhofsmauer stehenden Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert. Im Hintergrund ist jeweils die Bebauung zur Haardtwaldstraße und zum Haardtwaldplatz zu erkennen.

Blick in die Vergangenheit

Auch schon über zehn Jahre alt sind diese Aufnahmen der Schnellzugdampflokomotive 01 118. Die Fotos entstanden bei einer Veranstaltung in Darmstadt-Kranichstein. 01 118 gehörte damals schon nicht mehr dem Verein Historische Eisenbahn Frankfurt e.V. (HEF). Heute steht die Dampflokomozive in einer Halle im hessischen Battenberg.

Langer Franz – die Glasmosaiken und andere Kleinigkeiten

Der „Langer Franz“ soll seinen Hut wieder bekommen. Der größere der beiden Rathaustürme am Westrand des Südflügels des Frankfurter Rathauses soll jetzt die Turmspitze wieder bekommen, die er während des Zweiten Weltkriegs verloren hatte. Entsprechende Beschlüsse wurden aktuell gefasst.

Aber auch mit der Notbedachung aus dem Jahr 1952 ist der große Rathausturm gut sichtbar und hinterlässt einen schmucken Eindruck. Da sind die Uhren und die beiden Glasmosaikbilder, die heute den zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbauten Turm schmücken.

Da ist nach Osten der heilige Florian als Schutzpatron gegen Feuersbrunst von Robert Forell und nach Westen der heilige Michael von Karl Julius Grätz als Schutzpatron der Schwachen auf dem Schaft des Turmes abgebildet. Beide und auch deren Ausrichtung machen Sinn, wenn man sich Frankfurts Entwicklung und Geschichte näher betrachtet.

Zur Bethmannstraße hin befindet sich ein Erker im Stil der Frührenaissance. Hinter dessen Fenster residierte ab 1905 Oberbürgermeister Franz Adickes und genoss von dort aus den Ausblick auf Frankfurt.

Der große Rathausturm ist übrigens einem Brückenturm nachempfunden, der einmal die Sachsenhäuser Seite der Alten Brücke begrenzte und bereits im 18. Jahrhundert niedergelegt wurde..

Auch der zweite, etwas niedrigere Turm an der Südecke war angelehnt an ein altes Frankfurter Bauwerk: Der kleiner Bruder entsprach in seinem Dachaufbau dem des Salmensteinschen Hauses, das um 1350 auf der alten Stadtmauer von Frankfurt am Fischerfeld erbaut wurde. Dieser Turm bekam im Volksmund den Namen „Kleiner Cohn“. Da „Kleiner Cohn“ eine Anspielung auf ein antisemitisches Operettenlied aus dem Jahr 1900 war, vermeidet man heute diesen Namen und bezeichnet den kleinen Turm als „Kleiner Rathausturm“. Auf dem linken Bild unten ist der kleine Rathausturm gerade noch am rechten Bildrand zu erahnen.

Anmerkungen

  • Schaut man sich die Zustände auf der Münchner Straße an, stellt man fest, dass Schutzpatron Michael dort einiges zu tun hätte. Ist es Zufall, dass desse Bildnis und die heruntergekommene Straße eine Achse bilden?
  • Geschichtsversessen oder Geschichtsvergessen? Die beiden Notdächer können inzwischen auf eine längere Geschichte zurückblicken als die Originalbedachungen der beiden Rathaustürme.
  • Das letzte Bild wurde korrigiert, der abgebildete Rathausturm ist in die Bildmitte gewandert. Der Blick geht vom Hauptbahnhof aus in die Münchner Straße zum Turm.
  • Die Fotos wurden in den Jahren 2011, 2013 und 2021 aufgenommen.