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In 2026 sollen auch die restlichen Züge von „Deutschlands größter Wasserstoffflotte“ ausgeliefert sein

Bereits 2019 wurden 27 Fahrzeuge gemeldet, die ab dem Fahrplanwechsel 2022/23 auf den Taunustrecken des RMV unterwegs sein sollten. Züge wurden geliefert, aber nur in homöopatischen Dosen. Die wenigen gelieferten Fahrzeuge wiesen rasch technische Mängel auf, offenbar waren sie nur im Flachland getestet worden. Dazu kam, dass das Konzept, wie die Züge eingesetzt werden sollten, nicht stimmig war. Leerfahrten aus dem Hintertaunus zur Wasserstofftankstelle in Frankfurt am Main Höchst bildeten einen anfangs offensichtlich nicht einkalkulierten Kostenfaktor.

Bei der Technik musste nachgebessert werden, Alstom entschloss sich, andere Brennstoffzellen zu verwenden. Die Brennstoffzellen dienen dazu, den mitgeführten Wasserstoff und den Sauerstoff aus der Luft in elektrische Energie zu wandeln. Der verwendete Wasserstoff ist zwar ein Abfallprodukt aus der chemischen Industrie, trotzdem aber teuer. Nach Aussage des Verkehrsverbundes laufen derzeit – Jahre später- mehr als die Hälfte der gepanten Züge. Der Rest soll also im kommenden Jahr sein „Modernisierungsprogramm“ durchlaufen haben.

Alstom mit zweiter Baustelle in Frankfurt

Auch mit der Modernisierung der Straßenbahnzüge hat Frankfurt Problem. Hersteller ist wieder Alstom. Sämtliche ausgelieferten Züge der T-Baureihe mussten zum Hersteller zurück. Es gab zu viele Mängel. Zur Zeit fährt ein Zug der T-Baureihe nach der Überarbeitung durch Alstom durch Frankfurt und wird dabei ausgiebig getestet. Habe ihn selbst an der frisch renovierten Wendeschleife Nied-Kirche gesehen, zum Fotografieren war ich allerdings zu langsam.

Wasserstoffgelenkbusse für Frankfurt am Main

Die Stadt Frankfurt treibt die Antriebswende ihrer Busflotte weiter voran: Mit neun neuen Wasserstoff-Gelenkbussen des Typs Solaris Urbino 18 hydrogen bringt die In-der-City-Bus GmbH (ICB) emissionsfreie Mobilität auf eine weitere Linie im Frankfurter Stadtverkehr. Der Hersteller hat die Busse an die ICB geliefert. Diese führt nun umfangreiche technische Prüfungen durch – einschließlich Sicherheitsausstattung und komplexer Softwarearchitektur – und testet die Fahrzeuge anschließend im alltäglichen Frankfurter Linienverkehr. Nach der Abnahme werden die Busse schrittweise in den Stadtverkehr eingesteuert.

Die vollständige Integration der Fahrzeuge soll Ende August abgeschlossen sein. Vorgesehen ist ihr Einsatz auf der stark frequentierten Metrobuslinie M32 zwischen Westbahnhof und Ostbahnhof. Damit elektrifiziert die ICB eine weitere innerstädtische Linie. Die neuen Fahrzeuge sind 18 Meter lang, bieten Platz für 113 Fahrgäste und haben eine Reichweite von rund 350 Kilometern. Getankt wird an der betriebseigenen Wasserstofftankstelle in nur rund 20 Minuten.

Technische Weiterentwicklung für mehr Zuverlässigkeit

Mit den neuen Gelenkbussen bringt die ICB eine praxiserprobte Technologie in weiterentwickelter Form auf die Straße. Seit 2022 sind Wasserstoff-Solobusse desselben Herstellers zuverlässig im Frankfurter Liniennetz unterwegs – nun folgen erstmals Wasserstoff-Gelenkbusse, ausgestattet mit einem technisch optimierten Antrieb. Anstelle radnaher Motoren verfügen die neuen Fahrzeuge über einen zentralen Elektromotor mit klassischem Antriebsstrang. Diese technische Optimierung basiert auf Betriebserfahrungen und erhöht die Wartungsfreundlichkeit und Einsatzbereitschaft im Alltag. Der Antrieb erfolgt über eine 100-kW-Brennstoffzelle, die mit Wasserstoff betrieben wird. Dieser wird als Nebenprodukt im benachbarten Industriepark Höchst gewonnen.

Im Innenraum war das Hauptziel, die Orientierung im Bus zu verbessern, visuelle und räumliche Barrieren abzubauen und den Aufenthalt attraktiver zu machen. Die Glasscheiben vor den Türen sind dezent mit dem wiedererkennbaren Rautenmuster des traditionsreichen Frankfurter Apfelweinglases versehen. Trotz der breiteren Gänge verfügt das neue Busmodell über 48 Sitzplätze – statt 46 wie in den bisher genutzten Gelenkbussen. Über den Türen im Innenraum sind LED-Streifen angebracht. Sie blinken bei sich öffnenden Türen grün und bei sich schließenden Türen rot.

Fuhrpark und Förderung

Mit den neun neuen Gelenkbussen steigt die Zahl der lokal emissionsfreien Fahrzeuge im ICB-Fuhrpark auf 48 Fahrzeuge: 32 Wasserstoff- und 16 Batteriebusse. Das entspricht mehr als 20 Prozent der rund 220 Fahrzeuge umfassenden Gesamtflotte. Das Ziel besteht darin, bis Anfang der 2030er Jahre die komplette Flotte auf alternative Antriebe umzustellen. Zur Überbrückung wird die ICB zudem 52 Dieselbusse im Leasingbetrieb einsetzen. Die Fahrzeuge sollen ab Mitte 2026 für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren zum Einsatz kommen.

Die Beschaffung der Fahrzeuge wird vom Land Hessen mit rund 2,3 Millionen Euro unterstützt. Die Förderung erfolgt im Rahmen des Landesprogramms „Beschaffung von Elektrobussen für den öffentlichen Personennahverkehr in Hessen” durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. Bereits zuvor wurden 13 Solobusse mit Wasserstoffantrieb und die ICB-Wasserstofftankstelle über dieses Programm gefördert. (Quelle: Frankfurt am Main)

Anmerkung: Im Westen Frankfurts, dem Linienbündel B, sind keine Busse der ICB unterwegs, sondern Busse der DB Regio Bus Mitte. Hinzu kommen außerstädtische Buslinien.

Irren ist menschlich …

Morgen beginnt der April. Vor zwei Jahren sollten im April 27 Triebwagenzüge mit Hybridantrieb an den RMV ausgeliefert sein. Der Antrieb bei diesen Fahrzeugen ist elektrisch, die elektrische Energie wird im Fahrzeug durch eine Brennstoffzelle aus Wasserstoff und Luftsauerstoff gewonnen. Umgangssprachlich spricht man auch von einem Wasserstoffantrieb.

Der Hersteller hat geliefert – irgendwann. Nach Beispielen aus der Raumfahrt ist das als Erfolg zu bewerten. Dass ein Fahrzeug auch fahren sollte? Auch der von einem damaligen hessischen Minister angekündigte Gewinn für den Umweltschutz ist ausgeblieben.

Erfolgreich hat man aber die Fahrgäste im Taunusnetz des RMV verärgert. Ein Erfolg?

Übrigens: Spötter sagen zu einem mit Wasser- und Sauerstoff angetriebenen Zug auch „Knallgas-Express“.

Unterwegs in Hessen: Bahnhof Königstein im Taunus

Königstein im Taunus, Bahnhof, Wasserstoff-/Brennstoffzellenzug

Ein kurzer Abstecher nach Königstein im Taunus und ein Abstieg vom dortigen Zentrum zum Bahnhof. Die Brennstoffzellenzüge versuchten erst gar nicht vor der Linse der Kamera Reißaus zu nehmen, Streik war angesagt.

Brennstoffzellenzug oder Wasserstoffzug? Die Brennstoffzelle wird benötigt, um aus Sauerstoff und Wasserstoff die für den Antrieb der Züge benötigte elektrische Energie zu gewinnen. Der Wasserstoff muss getankt werden.

Wasserstofftankstelle auf Betriebsgelände

Wie die Stadt am 8. März 2023 mitteilte, entsteht auf dem Betriebsgelände der städtischen Busgesellschaft In-der-City-Bus (ICB) eine Wasserstofftankstelle für die dreizehn auf der Metrolinie M36 fahrenden Wasserstoffbusse. Die Tankstelle ist so ausgelegt, dass auch eine größere Anzahl von Bussen dort betankt werden können. Zudem ist die Wasserstofftankstelle modular aufgebaut, sodass ein späterer Ausbau der Kapazität möglich ist.

Wasserstoffbusse tanken Wasserstoff. Der Wasserstoff wird über eine Brennstoffzelle in elektrische Energie gewandelt, die den Bus geräuscharm und ohne giftige Abgase antreibt. Derzeit werden die Busse noch am Industriepark Höchst betankt.

Neue Farben (?) in Unterliederbach, aber noch kein neuer Antrieb

Dieseltriebwagen von Start, Frankfurt am Main Unterliederbach
Die Farbe hat sich geändert, die Antriebsart noch nicht. Immerhin sieht man, dass das Zugmaterial vorher in Bayern unterwegs war. Der Triebwagenzug von Start, einer Tochter der Bahn AG, steht hier übrigens in Unterliederbach.

Hier dieselt es noch. Eigentlich sollte das Eisenbahnverkehrsunternehmen Start zum letzten Fahrplanwechsel im Dezember mit Wasserstoff getriebenen Zügen starten, aber irgendwie klappte es nicht mit der Lieferung der Züge. Und die Züge, die geliefert worden waren, kamen auch nicht so richtig in die Gänge. Verkehrswende bedeutet zur Zeit munter vor sich hindieselnde Triebwagenzüge und manchmal auch mehr Verspätungen.

Das mit dem mobilen Elektroantrieb, der Strom für die Fahrmotoren wird bei den künftig einzusetzenden Zügen in einer Brennstoffzelle aus Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt, klappt offensichtlich noch nicht so ganz. Einen Fahrdraht über die Schienen zu hängen, scheint die bessere, da erprobtere Methode zu sein, Züge mit der benötigten Energie zu versorgen.

Vom Hörensagen weiß ich allerdings, dass es Züge gibt, die Wasserstoff für ihren Antrieb nutzen. Die verkehren allerdings im norddeutschen Flachland. In unseren Breiten fuhr ein solcher Zug auch schon von Wiesbaden nach Frankfurt-Höchst. Diese Strecke ist allerdings auch nicht für Steigungen bekannt.

„Bad Homburg“ sei der Name

Am Dienstag, dem 06. Dezember 2022, wurde der erste Wasserstoffzug von Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir auf den Namen „Bad Homburg“ getauft und auf eine Sonderfahrt geschickt. Ab dem 11. Dezember 2022 soll der Zug dann auf seiner Stammstrecke, der Taunus-Linie RB15 zwischen Brandoberndorf und dem Frankfurter Hauptbahnhof, unterwegs sein. Wasserstoffzug? Die für den Antrieb notwendige elektrische Energie wird in einer Brennstoffzelle aus Wasserstoff und Luftsauerstoff gewonnen. Es handelt sich um einen Hybridantrieb.

Bis auf allen Strecken der Taunus-Linien die vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) geplanten 27 Züge unterwegs sein werden, werden wohl noch einige Monate ins Land ziehen. Erst dann kann man sich an die Farben des neuen Verkehrsunternehmens, start, gewöhnen. start ist eine Tochter der Deutschen Bahn. Bis dahin werden noch Züge der HLB im übrigen Taunus-Netz unterwegs sein.

Sind bis April 2023 wie geplant alle Wasserstoffzüge ausgeliefert, kann der RMV zu Recht von der größten Wasserstoffzugflotte der Welt schwärmen. Ob der Schritt in Richtung Klimaschutz so groß sein wird, wie es der hessische Verkehrsminister behauptet, wird die Zukunft erweisen.

Mit Wasserstoff in den Taunus

Alstom Coradia iLint in Frankfurt-Höchst, Brennstoffzelle, Wasserstoff
Der Coradia iLint im Bahnhof Frankfurt-Höchst. Dieses Foto aus dem Jahr 2018 zeigt den Zug noch in den Farben des Herstellers Alstom.

Der elektrisch getriebene Coradia iLint wurde dieser Tage in der DB-Werkstatt Frankfurt-Griesheim vorgestellt, die erste Fahrt ging in den Industriepark Höchst, wo sich die Wasserstofftankstelle befindet. Eigentlich sollte zum Fahrplanwechsel 2022/23 das gesamte Taunus-Netz des RMV mit den neuen Zügen ausgestattet sein, aber Verzögerungen in der Produktion sorgen dafür, dass zum Fahrplanwechsel nur wenige der Züge zur Verfügung stehen werden.

Die Technik

Die neuen Züge werden von Elektromotoren angetrieben. Da es im Taunus-Netz keine Oberleitungen gibt – außer auf der Linie RB11 -, muss die Energie für den Antrieb aus einer anderen Quelle kommen. Der Einsatz von Akkumulatortriebwagen wurde wegen des hohen Energiebedarfs, Stichwort Steigungsstrecken, und der langen Ladezeiten wohl verworfen. Deshalb wird der elekrische Strom jetzt in den Zügen selbst produziert.

In Brennstoffzellen reagiert Wasserstoff zusammen mit Luftsauerstoff zu Wasser, wobei viel Energie frei wird. In elektrische Energie gewandelt, wird diese dann in Akkumulatoren gespeichert. Zusätzlich speichert man auch noch Bremsenergie, die sonst als Wärmeenergie verloren ginge.

Die Züge geben lokal keine Schadstoffe ab und sind auch leiser als solche mit Verbrennungsmotoren. Schadstoffe können allerdings bei der Produktion des Wasserstoffs entstehen. Die Züge werden mit WLAN ausgestattet sein.

Das Taunus-Netz des RMV

Das Taunus-Netz des RMV (Rhein-Main-Verkerkehrsverbund) besteht aus folgenden Linien:

  • RB11 (Bad Soden – Sulzbach – Frankfurt-Höchst)
  • RB12 (Königstein – Kelkheim – Frankfurt-Höchst – Frankfurt (Main) Hbf)
  • RB15 (Brandoberndorf – Usingen – Friedrichsdorf – Bad Homburg – Frankfurt (Main) Hbf)
  • RB16 (Friedberg – Friedrichsdorf – Bad Homburg)

Die Linie RB11 ist dabei vollständig elektrifiziert, hier war auch einmal die S3 der S-Bahn Rhein-Main unterwegs, die übrigen Linien nur auf Teilstrecken. Bei der RB15 ist geplant, sie zwischen Friedrichsdorf und Usingen zu elektrifizieren und dann die S5 bis Usingen verkehren zu lassen.

Übrigens: Auf früheren Publikationen des RMV und auch kürzlich erst im Hessischen Rundfunk wurde Kelkheim anstelle von Frankfurt-Höchst als ein Endpunkt der RB11 kommuniziert. Offensichtlich war ursprünglich eine Taktverdichtung zwischen Frankfurt-Höchst und Kelkheim geplant.

Neuer Betreiber des Taunus-Netzes

Bei der letzten, europaweiten Ausschreibung des Taunus-Netzes hat die Bahn-Tochter Regionalverkehre Start Deutschland GmbH (start) den Zuschlag bekommen, wird hier also die HLB ablösen. In Teilen des Netzes, den Linien RB11 und RB16, wird die HLB nach derzeitigen Planungen noch bis Ende April 2023 den Betrieb aufrecht erhalten. Danach sollen alle 27 von der Fahrzeugmanagement Region Frankfurt RheinMain GmbH (fahma), einer 100-prozentige Tochter des RMV, bestellten Wasserstofftriebzüge ausgeliefert worden sein.

Nebeneffekte

Mit den neuen Zügen wird im Taunus-Netz eine dichtere Taktfolge möglich sein. Dies kann auch Folgen für den Pfingsttourismus – „Mit Volldampf in den Taunus“ – haben. Die Wasserstofftankstelle im Industriepark Höchst bedingt auch lange Anfahrten zum Betanken der Züge, vor allem, wenn sie aus dem Hintertaunus kommen. Mehr Komfort wird die Fahrgäste und Anrainer erfreuen.

Mit Wasserstoff von Wiesbaden nach Frankfurt-Höchst

Elektrisch fahren mit Wasserstoff
„Elektrisch fahren mit Wasserstoff“ war das Motto einer Fahrt mit dem Coradia iLint von Alstom zwischen dem Wiesbadener Hauptbahnhof und Frankfurt-Höchst.

Am gestrigen Freitag, dem 13. April 2018, fuhr erstmals ein Nahverkehrstriebwagen mit Brennstoffzellenantrieb zwischen Wiesbaden Hauptbahnhof und Frankfurt-Höchst, der Coradia iLint des Herstellers Alstom. Im Wiesbadener Hauptbahnhof wurde der Triebwagen im Beisein des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir und Vertretern der beteiligten Firmen kurz vorgestellt, bevor er mit etwa 150 Fahrgästen auf den Weg nach Frankfurt am Main Höchst geschickt wurde. Am dortigen Bahnhof angekommen, stiegen ein Teil der Fahrgäste in Busse um, deren elektrische Energie ebenfalls aus Brennstoffzellen gewonnen wurde, um in den Industriepark Höchst zu gelangen, wo eine Vortagsreihe zur Technik des neuen Zuges auf sie wartete.

Der Coradia iLint basiert auf dem Coradia Lint 54, der größeren Variante des Lint 41, der ja im Raum Frankfurt am Main auf den Taunusstrecken zum Einsatz kommt. Auf den nichtelektrifizierten Taunusstrecken sollen nach den Plänen des Rhein-Main-Verkehrsbundes (RMV) ab 2022 auch Hybridfahrzeuge verkehren und dort die bisherigen dieselbetriebenen Fahrzeuge ablösen. Die europaweite Ausschreibung dafür hat der RMV gerade auf den Weg gebracht. Vorteil für die Anrainer: Mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen hinterlassen nur Wasser und Wasserdampf und keine giftigen Abgase.

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