Archiv der Kategorie: Höchst

Frankfurter Stadtansichten (17)

Ein Tag vor dem 1. Advent 2015 im Westen von Frankfurt am Main. Der Seiler-Brunnen ist abgestellt, die sechseckigen Brunnenschalen trocken. Der Brunnen steht in der einzigen expressionistischen Parkanlage Frankfurts. Der nächste Bahnhof ist nah. Früher verkehrten hier nicht nur Züge des Regionalverkehrs. Ich selbst kann mich noch an eine Eilzugverbindung nach Westerland erinnern.

Höchst: Weihnachtsmarkt in der Altstadt

Justinuskirche und das Höchster Schloss bilden den Hintergrund für den in der Höchster Altstadt durchgeführten Weihnachtsmarkt des Höchster Vereinsrings. Viel Selbstgebasteltes, Selbstgestricktes Selbstgebackenes und selbstgemachten Glühwein gibt es. Neu sind in diesem Jahr die Mittelalterstände im Burggraben.

Gefeiert wird mit Nikolaus, Knecht Ruprecht und dem Weihnachtsengel am Samstag, dem 28. November 2015, zwischen 13 und 22 Uhr und am Sonntag, dem 29. November 2015, zwischen 13 und 20 Uhr. Im Schlosskeller werden die irischen Gäste aus Tralee am Samstag den Abend musikalisch ausklingen lassen.

Unterliederbacher Bürgerinnen und Bürger werden am Samstag vor dem ersten Advent allerdings trotz all dieser Verlockungen das Aufstellen des Unterliederbacher Weihnachtsbaumes nicht vergessen.

Einsame Klaviere …

Am gestrigen Donnerstag waren in Frankfurt am Main Höchst zwei einsame Klaviere zu beobachten. Eines stand in der Michael-Stumpf Straße vor dem BIKUZ unweit des Höchster Bahnhofs, das andere im Garten des Bolongaropalasts. Letzteres lud sogar durch einen Stuhl zum Spielen ein. Wohl mit Erfolg, denn es wurde berichtet, dass die Klänge des Klaviers zu hören gewesen wären. Ein drittes Klavier, welches im Frankfurter Stadtteil Unterliederbach stehen soll, konnte nicht  gesichtet werden.

Die Klaviere sind Bestandteil der Aktion #Freiluftklavier der Musikschule Clavina, die noch bis zum 27. Juni 2015 andauern soll. Nähere Einzelheiten dazu finden Sie unter unten stehendem Link.

Link: Freiluftklaviere der Musikschule Clavina.

Shorts at Moonlight – ein kurzweiliger Abend

Zuerst wollte ich schon mein Geld zurück haben. Da war ich schon fast eine ganze Stunde auf der Terrasse des Höchster Schlosses und  hatte noch keine einzige Shorts gesehen, – und auch nicht das Mondlicht. „Shorts at Moonlight”, wohin war ich da geraten? Dann sah ich sie, die perfekten Shorts. Unten wuchsen ein Paar endlos lange Beine heraus und oben ein schlanker Rumpf, der von einem mit blonden Haaren umrahmten Gesicht gekrönt wurde. Schlagartig war jeder Gedanke daran, das Eintrittsgeld zurückfordern zu wollen, verschwunden. Spurlos.

Und auch der Mond zeigte sich. Goldgelb ging er jenseits des Mains über dem Schwanheimer Wald auf. Ein junges Paar tanzte zu südamerikanischen Klängen in den Filmabend.

Rhythmisch ging es im ersten Filmbeitrag weiter. Christoph Well war für die Musik von „Welcome to Bavaria” verantwortlich. Und das erste Gesicht in diesem Film von Matthias Koßmehl kam mir auch gleich bekannt vor: Tatort, Saarbrücken. Ja, der Beamte, der dort einst mit der Tuba ermittelte, kam hier als Grenzbeamter auch nicht ohne ein Blasinstrument aus.

„Guck nach vorne, Emma” schien mir zäh, was hauptsächlich an der Rolle der Emma lag. Das Aufmüpfige und die Kritik am Denken der Alten wirkten künstlich und aufgesetzt.

„Teilhard” war wohl der Film dieses Abends, der mit dem größten Aufwand gedreht worden war. Er war mit 28 Minuten der Beitrag mit der längsten Laufzeit an diesem Abend. Teilhard, von Jürgen Heinrich gespielt, ist ein Politstratege, der es sich abgewöhnt hat, Gefühle zu zeigen. Auch nach dem Selbstmord seiner Tochter gibt er zunächst noch den Macher. Erst zurück in der gewohnten Umgebung, im Fond seines Wagens, bricht es aus ihm heraus.

Der übernächste Film erinnerte mich an meine frühe Schulzeit. Damals gab es noch die Hauptschule und das Fach Heimatkunde. Viele Ausflüge gingen in den Frankfurter Anlagenring zu den dort stehenden Denkmälern. Wir mussten sie auswendig lernen.

Bert Schmidt hat nun die berühmten Gesichter dieser Figuren animiert und den Berühmtheiten die eigenen Worte in den Mund gelegt. Da hörte man von breiten Becken und vollen Brüsten und der Rolle der Frau, wie sie diese Herren damals sahen. Und mir fielen Shorts, schöne Hinterteile und lange Beine ein …

Nachtrag: Der lehrreichste Film des Abends war „Ball of Fame” aus dem Jahr 2005. Da lernte ich, dass es etwa 9000 verschiedene Minigolfbälle gibt und das ein Profi etwa 400 Bälle besitzt und einsetzt. Jetzt weiß ich, das ein warmer Ball schneller läuft als ein kalter und an welchen Stellen man den Ball aufwärmen kann und dass es dabei sehr wohl Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Minigolfspielern gibt. Der größte Teil des Publikums lachte, während ich lernte.