Archiv der Kategorie: Musik

Kultursommer, die Frankfurt City Blues Band und eine merkwürdige Perspektive

Regen, leere Bänke und die Frankfurt City Blues Band (Tilmann Höhn, August Scheufler, Klaus Bussalb, Wolfgang Stamm und Achim Farr) …

Es beginnt zu regnen, der Marktplatz in Kelkheim ist leer, eine einsame Band spielt, der letzte Open-Air-Abend des Kelkheimer Kultursommers scheint ins Wasser gefallen …

Oder: Der Frontmann verdeckt – kommt davon, wenn man sich immer nach vorne drängt -, die Backline im Vordergrund und die Zuschauer auf der Bühne. Für August Scheufler war es eine neue Erfahrung nach vier Jahrzehnten „On the road“ …

Oder: Kultursommer in Kelheim, es regnet, aber für einen Umzug in die Stadthalle ist es zu spät. Einige Zuschauer sitzen unter den Sonnenschirmen (sic!) von Restaurants am Platz, andere auf der Bühne. Tilmann Höhn hatte die Idee, also kurzer Hand die Bühne bestuhlt, um die Zuschauer nicht wie nasse Hunde aussehen zu lassen.

Und wie ist es so auf der Bühne? Für die Frankfurt City Blues Band ist es normal, für Zuschauerinnen und Zuschauer eine neue Perspektive. Der Hörgenuss ist überraschend gut, nur der Sänger scheint etwas fern. Aber auch das Problem wird rasch gelöst. Die Band beginnt mit konventionellem Blues, bevor es psychedelisch wird, eigene Stücke wechseln sich mit Neuinterpretationen ab. Ruby Tuesday gefällt immer wieder wie auch Don´t think twice oder wenn es rockiger wird …

Ein paar Eindrücke:

Unterliederbacher „On The Road Again“

Die Frankfurt City Blues Band in Höchst (2013)
Achim Farr, Wolfgang Stamm, Klaus Bussalb, August Scheufler (aka Andreas The August) und Tilmann Höhn spielen heute auf dem Marktplatz in Kelkheim

August Scheufler, Unterliederbacher, vor allem aber Frankfurter ist heute mal wieder mit seiner Frankfurt City Blues Band „Uff de Gass“ oder „On the road“. Ab 19 Uhr spielt das Frankfurter Urgestein der Frankfurter Blues-Szene auf dem Kelkheimer Marktplatz.

Die Frankfurt City Blues Band wurde 1977 gegründet ging in ganz Deutschland auf Tournee und spielte auch mit Blues-Musikern wie Alexis Korner, Lousiana Red und Champion Jack Dupree zusammen. Viele Besetzungswechsel, zehn Tonträger und eine Live-DVD später sind sie heute Abend im Zentrum Kelkheims zu hören.

Der Eintritt ist frei, bei Regen – was nicht zu hoffen ist – findet das Konzert in der Stadthalle statt.

Hans-Robert „Robby“ Matthes ist tot

Auch er spielte schon in der Jahrhunderthalle Hoechst, Hans-Robert „Robby“ Matthes. Am vergangenen Freitag, dem 29. Juni 2018, meldete ein ehemaliger Bandkollege, Claus Fischer, seinen Tod.

Robby Matthes spielte einst bei der Papa Zoot Band den Bass. 1976 gründete er zusammen mit Christian Engel, 2012 nach langer Krankheit verstorben, Klaus Larisch und Richard E. Kersten die Beatles Revival Band. Schon 1977 erschien mit „Beatles Songs in Deutsch“ die erste LP der Gruppe. Bis heute sollten mehr als zwanzig Tonträger folgen.

Live war die Gruppe, in der Robby Matthes den Paul McCartney verkörperte, auch recht erfolgreich. Begeisternde Konzerte in Clubs und mittleren und großen Hallen zeugen davon. In Frankfurt kann ich mich an Konzerte im Affentorhaus, im Südbahnhof, in der Jahrhunderthalle und der Alten Oper erinnern.

Robby Matthes hat bis zu seinem gesundheitlich bedingten Ausscheiden aus der Beatles Revival Band vor wenigen Jahren viel Freude gebracht. Seinen Angehörigen und Freunden sei hiermit Kraft und Trost gespendet.

Untote in Unterliederbach zu Besuch

Am Freitag, dem 29. Juni 2018, waren Untote in Unterliederbach zu Besuch, die Hollywood Vampires spielten in der Jahrhunderthalle. Zu den Konzerten von Alice Cooper gehörte lange Zeit ein Block, in dem er Songs verstorbener Kollegen sang und spielte. Jimi Hendrix, Jim Morrison oder Randy California seien hier als Beispiele genannt. Irgendwann verselbstständigte sich das Projekt, mit Johnny Depp, Musiker und Schauspieler, und Joe Perry wurden Mitstreiter gefunden und die Hollywood Vampires waren geboren.

Zusammen mit einer Tour-Band – Tommy Henriksen, Glen Sobel, Chris Wyse und Buck Johnson – standen die drei nun auf der Bühne der Jahrhunderthalle und spielten Songs verstorbenen Kollegen oder von Bands in denen verstorbene Kollegen einst spielten. Zweimal wurde das begeisterte Publikum in der Frankfurter Jahrhunderthalle besonders laut, bei „Ace of Spades“ (Motörhead) und „Heroes“ (David Bowie).

Die New Orleans Joymakers im Höchster Schlosshof

Am 17. Juni 2018 spielen die New Orleans Joymakers zum Frühschoppen der Jazz Freunde Höchst e.V. auf. Das Konzert beginnt um 11 Uhr im Höchster Schlosshof. Die New Orleans Joymakers sind Harald und  Rudi Möbus, Posaune, John Defferary, Klarinette, Helmut Hasse, Banjo, Roland Effgen, Bass, und Udo Beilborn, Schlagzeug. Ihr Programm reicht vom New Orleans Jazz bis zu karibischen Klängen,

Für Essen  und Trinken ist gesorgt. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Dactah Chando im Bett

Dactah Chando im Bett
Dactah Chando beim ersten Deutschlandauftritt dieser Tour im Bett. „Das Bett“ ist ein Musik-Club in Frankfurt am Main.

Dactah Chando ist derzeit mit seinem aktuellen Album „Global CityZen“ im deutschsprachigen Raum unterwegs. Begleitet von einer dreiköpfigen Band spielt er die neuen Stücke, aber auch älteres Material. Der Musikstil ist Reggae, die Texte sind in Englisch und Dactahs, er kommt von den Kanaren, Muttersprache Spanisch gehalten. Der Besuch eines Konzerts lohnt sich.

The Howlin‘ Hocks – lebendiger Blues

Willy Reuter, Willie Weimer – Schlagzeuger verstecken sich immer – Andreas Nick und Matthias Nick (von links)

Spät kam ich zum Frühschoppen, es klang nach Drittem Ohr, als ich die Treppen in den Schlosskeller Höchst hinab stieg. Eigentlich hatte ich nach der Vorankündigung der JazzFreunde Höchst puristischen Blues erwartet, keinesfalls Blues in moderneren Spielformen oder gar Blues mit deutschen Texten. Es sollte allerdings bei zwei deutsch getexteten Stücken bleiben.

Was aber Andreas Nick (voc, harp), sein Sohn Matthias Nick (git), Willy Reuter (bass) und Willie Weimer (dr) ansonsten darboten, war eine schöne Mischung aus klassischem Blues, modernem Blues und Blues-Rock. Stücke von Tom Waits waren genauso vertreten wie einige von Jimi Hendrix oder John Mayer. Die Klassiker des Blues wurden häufiger in moderneren Interpretationen gespielt. So klang Crossroads mehr nach Eric Clapton als nach Robert Johnson.

Andreas Nicks Gesang gefiel, wie sein Spiel der Blues-Harp überzeugte. Sohn Matthias brachte frischen Wind ins Programm. Willy Reuter spielte interessante Melodiebögen auf dem Bass, während Willie Weimer für die solide rhythmische Basis sorgte. Insgesamt ein unterhaltsamer und kurzweiliger Vormittag im Höchster Schlosskeller.

Die Howlin‘ Hocks im Höchster Schlosskeller

Schlosskeller Höchst
Schlosskeller Frankfurt am Main Höchst. (Archivbild)

Am Sonntag, dem 19. November 2017, spielen die Howlin‘ Hocks ab 11 Uhr  im Schlosskeller Höchst. Die Band um den Sänger und Blues-Harpisten Andreas Nick wird die Zuhörer mit klassischen Blues-Stücken unterhalten, aber auch neue Spielarten dieser Musikrichtung einflechten.

Veranstalter des Frühschoppens sind die JazzFreunde Höchst. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos, Spenden werden gerne genommen.

Tom Petty gestorben

Am gestrigen Montag ist der US-amerikanische Sänger und Gitarrist Tom Petty verstorben. Er erlag im Alter von 66 Jahren an einem  Herzstillstand. Petty wurde mit seiner Band Heartbreakers bekannt, schloss sich später den Traveling Wilburys mit Bob Dylan, George Harrison, Jeff Lynne und Roy Orbison an und setzte seine Karriere Solo und dann wieder mit den Heartbreakers fort. Für den November war die Fortsetzung einer Tournee durch die USA vorgesehen. Er starb im Kreis seiner Familie.