Das Archäologische Museum Frankfurt (AMF) initiiert ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Untersuchung der Ursprünge der Frankfurter Grünen Soße im Kontext römischer und vorrömischer Ernährungspraktiken. Das Vorhaben vereint archäologische, archäobotanische, historische, philologische und kulturwissenschaftliche Ansätze, um die Genese der vor allem im Rhein-Main-Gebiet bekannten und beliebten kulinarischen Spezialität in einem breiteren kulturhistorischen Rahmen zu erfassen.
Ziel des Projekts ist es, durch die Analyse archäobotanischer Funde, chemischer Rückstände auf Keramikgefäßen sowie literarischer und epigraphischer Quellen, Erkenntnisse über die Verfügbarkeit und Verwendung von Kräutern in der Rhein-Main-Region zu gewinnen. Durch die Kooperation mit renommierten Forschungseinrichtungen wird eine integrative Methodik entwickelt, die sowohl naturwissenschaftliche als auch geisteswissenschaftliche Perspektiven einbezieht.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Untersuchung von Pflanzenresten aus römischen und vorrömischen Fundkomplexen des Rhein-Main-Gebiets. Mittels mikroskopischer und DNA-basierter Verfahren sollen Rückschlüsse auf die kultivierten und importierten Kräuter gezogen werden. Ergänzend dazu werden chemische Analysen an Keramikfragmenten durchgeführt, um mögliche Gewürz- und Kräuterreste zu identifizieren. Parallel dazu erfolgt eine systematische Auswertung antiker Texte, die Hinweise auf pflanzliche Zutaten und deren Verwendung in der römischen Küche geben. Auch neue epigraphische Quellen, wie Einritzungen im Holz römischer Wachstäfelchen, sollen ausgewertet werden, da die Forschenden dort antike Einkaufslisten und verschiedene römische Rezepte vermuten.
Eine zentrale Frage, der das Forschungsprojekt nachgeht, ist warum die Grüne Soße sich außerhalb der Römerstadt Nida und ihrer Umgebung, also des heutigen Frankfurt, in keinem anderen Teil des Römischen Reiches und auch nicht in dem nichtrömischen Germanien etablieren konnte, wird nachgegangen werden müssen.
„Die interdisziplinäre Herangehensweise erlaubt uns, nicht nur die botanische Zusammensetzung der historischen Kräutermischungen zu rekonstruieren, sondern auch die kulturellen und wirtschaftlichen Austauschprozesse nachzuzeichnen, die zur Entstehung der Frankfurter Grünen Soße beigetragen haben könnten“, erklärt Regine Kerbel-Borretsch, Projektleiterin am AMF.
Das Forschungsprojekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt und durch Spenden eines privaten Geldgebers aus der Region mit Gastronomiehintergrund, der nicht genannt werden möchte, finanziert. Die Ergebnisse sollen in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht sowie – nach Abschluss des Projektes – in einer Sonderausstellung im AMF präsentiert werden. Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit lokalen Landwirtinnen und Landwirten sowie Gastronominnen und Gastronomen geplant, um eine Brücke zwischen transdisziplinärer archäologischer Forschung und gegenwärtiger kulinarischer Praxis zu schlagen. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)
Unter dem Motto „Wissen. Teilen. Entdecken“ findet am Freitag, dem 4. April 2025, erstmals eine deutschlandweite Nacht der Bibliotheken statt. Über 1800 Bibliotheken präsentieren ein vielfältiges Programm und zeigen damit, was Bibliothek heute alles sein kann.
Die Deutsche Nationalbibliothek lädt zur DNB@Night: Interessierte erwartet ein nächtlicher Blick hinter die Kulissen der Nationalbibliothek in Frankfurt. Es geht durch weitläufige unterirdische Magazine, die offenen Lesesäle, zu den technischen Anlagen, in das Rechenzentrum und zu den Kunstwerken des Hauses. Das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 zeigt wertvolle Bestände. Bei Theater, Lesung und Verfassungsquiz wird Demokratiegeschichte erlebbar. Hörstationen, ein KI-Tool-Café, Kuriositäten aus der Sammlung und Goethes Faust als VR-Experience wollen entdeckt werden. Familienführungen, Lesungen im Magazin und Gespräche mit Bibliotheksdirektorin Ute Schwens runden das Programm ab.
Der Eintritt ist frei. Für alle terminierten Angebote gibt es ab 17 Uhr kostenlose Tickets vor Ort. Alle weiteren Angebote können den ganzen Abend über ohne Ticket besucht werden. Das detaillierte Programm der Deutschen Nationalbibliothek findet sich unter dnb.de/ndb.
„Dass einige unserer Museen auch eine eigene Fachbibliothek haben, wissen wohl die wenigsten. Ich freue mich sehr, dass diese oftmals wunderschönen, besonderen Orte durch die ‚Nacht der Bibliotheken‘ jetzt die Aufmerksamkeit erfahren, die sie verdienen. Die Museumsbibliotheken sind meist ausgestattet mit Sitzecken, Sesseln oder Sofas, oft in lichtdurchfluteten Räumen, die zum Stöbern und Verweilen einladen“, zeigt sich die Dezernentin für Kultur und Wissenschaft Ina Hartwig angetan von der Aktion.
Auch die Stadtbücherei Frankfurt ist dabei: Die Zentralbibliothek lädt dazu ein, bei Literatur und Musik, mit Robotern und Kreativaktionen durch ihre drei Etagen zu flanieren. Der Frankfurter Autor Eckhart Nickel präsentiert im Gespräch mit Literaturkritiker Christoph Schröder seinen Musikroman „Punk“, schwungvolle Unterstützung bekommen die beiden von The Alan Baker Band. Im Untergeschoss können Besucherinnen und Besucher Roboter kennen lernen, 3D-Druck ausprobieren und sich über die Angebote der Digitalen Stadtbücherei informieren. Kreativ geht es im Obergeschoss zu. Hier laden Stationen zum Malen, Basteln und Tanzen ein.
Auch in den Stadtteilen kann die Nacht der Bibliotheken erlebt werden. Die Stadtbücherei öffnet ihre Häuser in Bergen-Enkheim, Bornheim, im Dornbusch, im Gallus, in Griesheim, Niederrad, Sachsenhausen und Schwanheim für ein buntes Programm. Die Bibliotheken laden zu Spieleabenden, Kuscheltier-Übernachtungsparties, einer Kissenschlacht oder einer Traumreise auf dem Buchstabenmeer ein. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Die bundesweite Nacht der Bibliotheken ist eine Initiative des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) und seiner 16 Landesverbände. Der dbv vertritt mit seinen mehr als 2000 Mitgliedern bundesweit über 8000 Bibliotheken mit 25.000 Beschäftigten.
Die Schirmherrschaft der ersten bundesweiten Nacht der Bibliotheken übernimmt Elke Büdenbender, Frau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. In ihrem Grußwort unterstreicht sie: „Bibliotheken sind Orte, an denen Geschichten und Informationen geteilt werden. Und sie sind ein Ort, an dem Neues entdeckt werden kann. Ich wünsche allen Beteiligten sowie allen Besucherinnen und Besuchern der Nacht der Bibliotheken viel Freude, viele spannende Entdeckungen und netten Austausch mit Bekannten und Fremden!“
In Frankfurt und Umgebung beteiligen sich insgesamt über vierzehn Wissenschaftliche Bibliotheken, Stadtbibliotheken und Museumsbibliotheken mit einer abwechslungsreichen Fülle an Programm. Die kleinen und großen Gäste erwartet eine Nacht mit Casanova, ein Blick hinter die Kulissen, die Erforschung des Weltraums oder Quizzen mit KI.
Nacht der Bibliotheken: Das Programm in Frankfurt und Umgebung:
Deutsche Nationalbibliothek: DNB@Night – Ein nächtlicher Blick hinter die Kulissen
Bibliothek der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS): Quizzen, kreativ sein, KI nutzen – Lerne uns (neu) kennen
Bibliothek der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK): Recherche, Raritäten, Repositorium – eine Spezialbibliothek für Musikerinnen und Musiker
Bibliothek des Jüdischen Museums Frankfurt (JMF): Vom Auflesen verlorener Bruchstücke – Vortrag und Gespräch
Bibliothek des Klingspor Museums: Von der Seite in den Raum. Grenzenlosigkeit im zeitgenössischen Comic
Bibliothek des Museums Angewandte Kunst (MAK): Eine Nacht mit Casanova
Bibliothek des Museum MMK Für Moderne Kunst: Elizabeth Catlett: Radical Empathy. Druckworkshop und Katalogpräsentation
Bibliothek des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF): Aufgeklappt! Lieblingsbücher aus der Friedens- und Konfliktforschung
Stadtbibliothek Bad Vilbel: Library Bed and Breakfast – Eine Übernachtung in der Bibliothek
Stadtbibliothek Neu-Isenburg: Wo Bücher sprechen und Gedanken fliegen
Stadtbücherei Dreieich: Eric erforscht… den Weltraum: Eric Mayers multimediale Wissens-Bühnenshow für die ganze Familie
Stadtbücherei Frankfurt: Punk, Literatur, Musik, Familienprogramm digital und kreativ
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg: Wir sind ein [H]UB für Menschen, Wissen und Services der Goethe-Universität
Bibliothek des Weltkulturen Museums: Weltliteratur in der Gründerzeitvilla
Morgen beginnt der April. Vor zwei Jahren sollten im April 27 Triebwagenzüge mit Hybridantrieb an den RMV ausgeliefert sein. Der Antrieb bei diesen Fahrzeugen ist elektrisch, die elektrische Energie wird im Fahrzeug durch eine Brennstoffzelle aus Wasserstoff und Luftsauerstoff gewonnen. Umgangssprachlich spricht man auch von einem Wasserstoffantrieb.
Der Hersteller hat geliefert – irgendwann. Nach Beispielen aus der Raumfahrt ist das als Erfolg zu bewerten. Dass ein Fahrzeug auch fahren sollte? Auch der von einem damaligen hessischen Minister angekündigte Gewinn für den Umweltschutz ist ausgeblieben.
Erfolgreich hat man aber die Fahrgäste im Taunusnetz des RMV verärgert. Ein Erfolg?
Übrigens: Spötter sagen zu einem mit Wasser- und Sauerstoff angetriebenen Zug auch „Knallgas-Express“.
Wir haben uns daran gewöhnt, auch eine explodierende Rakete kann ein Erfolg sein. Gestern war der Erstflug der „Spectrum“, der Rakete des Raumfahrt Start-Ups Isar Aerospace aus München. Endlich passte das Wetter. Vom Weltraumbahnhof Andøya im Norden Norwegens erfolgte der Start. Die Rakete hob ab, geriet zu bald in Schräglage, die Triebwerke wurden abgestellt und die „Spectrum“ stürzte ins norwegische Meer. Nach 30 Sekunden war der Versuch vorbei, eine eventuell zu erreichende Umlaufbahn noch fern.
Alle berichteten von dem Erfolg, jetzt weiß man es auch im Frankfurter Westen und im Stadtteil Unterliederbach.
Gert-Uwe Mende (SPD) bleibt Oberbürgermeister der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Bei der für heute notwendig gewordenen Stichwahl erhielt er 58,1 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Thilo von Debschitz (parteilos), der von CDU und FDP unterstützt worden war, kam auf 41,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 34,9 Prozent.
Am Freitagabend, dem 28.03.2025, verunfallte eine 42-jährige Frau mit ihrem Fahrzeug auf der BAB 66. Bei der späteren Anzeigenaufnahme beschädigte sie einen Streifenwagen und leistete Widerstand gegen die eingesetzten Polizeibeamten.
Zunächst verunfallte die Fahrerin gegen 23:00 Uhr zwischen der AS Kelkheim und Zeilsheim. Eine hinzugezogene Streife der Polizei konnte bei der Dame deutlichen Alkoholgeruch feststellen. Zur weiteren Anzeigenaufnahme wurde die Frau in das Polizeipräsidium verbracht. Noch während der Fahrt wurde sie aggressiv und beschädigte mit Tritten und Schlägen den Streifenwagen von innen. Das Streifenteam legte der Randaliererin nun Handschellen an, wogegen sie sich ebenfalls zur Wehr setzte.
Am Ende der Anzeigenaufnahme legten die Polizisten gleich mehrere Strafanzeigen gegen die Frau vor. (Quelle: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, Pressestelle)
Am 27. Spieltag der Fußballbundesliga hatte Eintracht Frankfurt im Deutsche Bank Park den VfB Stuttgart zu Gast. Die erste Halbzeit zeigte zunächst eine starke Stuttgarter Mannschaft, Eintracht Frankfurt benötigte einige Zeit, bis sie sich auch in das Spiel gekämpft hatte. Der Halbzeitstand von 0:0 war ein gerechtes Zwischenergebnis.
In der zweiten Halbzeit verloren die Stuttgarter Al-Dakhil in der 57. Spielminute – er zog gegen Ekitiké die Notbremse. Später erzielte Götze den Siegtreffer (70.). Er staubte ab, nachdem Larsson zuvor den Pfosten getroffen. Die letzten 25 Minuten – inklusive Nachspielzeit – gestaltete der VfB dann spannender als es der Eintracht lieb sein konnte. Die Frankfurter brachten das Ergebnis aber über die Zeit.
Eintracht Frankfurt belegt jetzt mindestens bi Sonntagnachmittag Platz 3 in der Tabelle.
Am 18. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga war Eintracht Frankfurt zu Gast bei Werder Bremen. Eine erneute Chance für die Frankfurterinnen, etwas für die bisher mäßige Auswärtsbilanz im aktuellen Jahr zu tun. Die Spielerinnen aus Bremen schwächte sich früh, Wichmann sah in der 8. Spielminute die Rote Karte. In Führung gingen die Bremerinnen, ein langer Freistoßpass traf im Strafraum auf eine schlafende Frankfurter Abwehr, Ronan traf mit platziertem Kopfball (39.).
Erst jetzt wachten die Frankfurterinnen auf, Gräwe (44.) und Wamser (45.+1) sorgten dafür, dass die Eintracht-Frauen mit einem kleinen Vorsprung in die Pause gingen.
In der zweite Halbzeit waren es dann Anyomi (62.) und Chiba (90.+5), die für einen am Ende vielleicht zu deutlichen Sieg der Frankfurterinnen sorgten.
Die Mainzer Landstraße im Jahr 2012. Hier führt sie auf die Kreuzung mit der Waldschulstraße im Stadtteil Griesheim zu. (Archivbild: Jürgen Lange)
Mit ihren 8,3 Kilometern ist die Mainzer Landstraße die zweitlängste Straße Frankfurts. Von der Innenstadt in Richtung Westen führt sie durch die fünf Stadtteile Westend, Bahnhofsviertel, Gallus, Griesheim und Nied. Jedes dieser Quartiere prägt sie auf eine andere Art: Als Einkaufsstraße, Arbeitsort oder als wichtige Verkehrsader.
Bereits in der Römerzeit gab es eine Straße zwischen Frankfurt und Mainz. Damals verband sie den römischen Ort Nida, das heutige Heddernheim, mit Praunheim und Mainz. Die Mainzer Landstraße, wie wir sie heute kennen, entsteht Anfang des 18. Jahrhunderts. Ab 1746 wird die unbefestigte Handelsstraße verbreitert, gepflastert und zu einer Chaussee ausgebaut. Der Fernverkehr zwischen Frankfurt und Mainz wird schneller und angenehmer. Während der Industrialisierung wird die Mainzer Landstraße zur wichtigsten Industrieader Frankfurts. Seit 1934 wird der Fernverkehr zwischen Frankfurt und Mainz nach sechs Kilometern stadtauswärts von der Mainzer Landstraße über die Höchster Umgehungstraße und die A66 geleitet.
Einst ein Naherholungsort für wohlhabende Frankfurter
Die Mainzer Landstraße beginnt mitten in Frankfurt. Die Straße geht aus der Taunusanlage hervor und führt vorbei an Hochhäusern verschiedener Banken. Hier vermischen sich Geschäftsleute, Touristen sowie Einheimische zum typischen Frankfurter Stadtbild. Wo heute vor allem der Autoverkehr den Straßenabschnitt dominiert, wurde vor rund 200 Jahren ein breiter Boulevard mit Parkanlagen angelegt, auf dem sich Droschken und Spaziergänger tummelten. Damals lockte der Straßenabschnitt die gut betuchte Frankfurter Gesellschaft an. Sie genoss die frische Luft am Stadtrand und den Blick auf den Taunus. Entlang der Straße entstanden Villen und Gartenhäuser. Die Bebauung der „Mainzer“ nahm 1832 kontinuierlich zu. Ende des 19. Jahrhunderts kamen auch Villen von Fabrikanten hinzu, deren Betriebe am westlichen Ende der Straße, also in den industriellen Vierteln wie dem Gallus, Griesheim und Höchst, lagen.
Die Industrieader Frankfurts im 19. Jahrhundert
Ein Kontrast dazu bildet die Entwicklung der Mainzer Landstraße im Gallus. Bis zum 19. Jahrhundert war der Stadtteil von Landwirtschaft geprägt. Doch vor knapp 130 Jahren erreichte die Industrialisierung Deutschland – und das wird auch in Frankfurt und insbesondere auf der Mainzer Landstraße sichtbar. Das zuvor ländliche Bild des Stadtteils wandelt sich zu einem industriellen: Rauchwolken steigen in den Himmel, stickige Luft und ein Gestank, der aus der Herstellung von Gas aus Harz und Öl entsteht, durchzieht die Straße. Arbeiter, Brust an Brust in einer Tram stehend, die von Pferden gezogen wird, fahren durch die Morgendämmerung zu ihrer nächsten Schicht in die nahen Fabriken. So begann der Arbeitstag für viele Frankfurter, die in den ersten Fabriken entlang der Mainzer im Gallus angestellt waren. Ab 1898 wurden die ersten Straßenbahnen in Frankfurt elektrifiziert und lösten die Pferdebahnen ab, die zuvor die Arbeiter aus der Stadt und dem Umland vom Hauptbahnhof über die Bahnhofsstraße und die Mainzer Landstraße zur Galluswarte zu ihren Arbeitsplätzen beförderten.
Heute flitzen dort im Minutentakt die vollelektrischen und hochmodernen Triebwagen der Linien 11, 21 und 14 über die Mainzer Landstraße und bringen die Passagiere an ihr Ziel. Alle paar Minuten spucken sie an der Galluswarte Menschentrauben aus. Die Station verdankt ihren Namen dem immer noch emporragenden Beobachtungsturms aus dem Mittelalter. Das heutige Wahrzeichen des Viertels war Teil der historischen Stadtbefestigung Frankfurts.
Für das Gallus ist die Mainzer Landstraße immer noch das wirtschaftliche Zentrum. Die meisten, die hier unterwegs sind, sind auf dem Weg zur Arbeit oder haben etwas zu erledigen, einen Einkauf oder einen Arzttermin, wollen zur Bank oder das Auto in der Werkstatt abgeben. Geschäfte, Restaurants, Imbissstände und Bürogebäude reihen sich aneinander. Wo heute auf dem Güterplatz Wohnhochhäuser in den Himmel ragen, entsteht um 1880 gleichzeitig mit dem heutigen Hauptbahnhof der „Centrale Güterbahnhof“. Die Produktion von Gütern hatte sich während der Industrialisierung immens erhöht, sodass die ehemaligen Frankfurter Westbahnhöfe ersetzt werden mussten. Ab 1910 ist die Hochphase der Industrialisierung erreicht und vom Güterplatz bis zur Galluswarte entstehen nunmehr repräsentative Verwaltungsgebäude.
Bürogebäude formen auch heute noch das Bild der Straße. Doch sie ist nicht nur ein Ort der Arbeit. Das Areal rund um die Mainzer Landstraße wurde immer weiter zum Wohngebiet ausgebaut und wird stetig erweitert, wie zuletzt mit dem Bau des Europaviertels – auf dem Gelände des einstigen Güterbahnhofs. Und die Bebauung geht weiter: Auf der Brachfläche der ehemaligen FAZ-Redaktion an der Frankenallee sind 650 Mietwohnungen geplant.
Von der Metropole zum Naherholungsgebiet
Wer in Richtung Griesheim fährt, erlebt die Straße von einer anderen Seite. Auf den letzten vier Kilometern ist sie weniger betriebsam. Es wird grüner. Auf einem Abschnitt zwischen Mönchhofstraße und der Station Waldschule säumen Schrebergärten die Straße und bieten den Städtern einen Ausgleich zum geschäftigen Großstadtleben. Nur vereinzelt sind Passanten auf der Straße, auch hier rauschen Straßenbahnen und Autos regelmäßig vorbei. In direkter Nachbarschaft zu den Schrebergärten erstreckt sich ein Gewerbegebiet, das mit großen Parkplätzen zu schnellen Erledigungen zwischen Arbeit und Heimweg einlädt. In Nied schließlich wird die „Mainzer“ wieder lebendiger. Bekannte und Freunde treffen sich hier auf ein halbes Hähnchen oder einen Kaffee.
Wer von der Tramstation „Nied Kirche“ die Mainzer Landstraße in Richtung Westen weiterläuft, hört links den Main vorbeirauschen und überquert die Nidda. Der kleine Fluss fließt fast unbemerkt unter der breiten Brücke durch, auf der Trams und Autos fahren. Kinder spielen auf dem Spielplatz in der Parkanlage Wörthspitze, Passanten gehen mit ihren Hunden spazieren. Von hier aus zieht sich der Frankfurter Grüngürtel als Naherholungsgebiet nach Sossenheim und Schwanheim. Wer vom Wasserhäuschen an der Tramstation Tillystraße in Richtung Westen schaut, sieht die „Mainzer“ in die Bolongarostraße münden.
Das letzte Stück der Mainzer Landstraße in Griesheim und Nied war lange von Landwirtschaft geprägt. In Griesheim und Höchst wurden Mitte des 18. Jahrhunderts chemische Fabriken errichtet. Die entstandenen Arbeitsplätze zogen Arbeiter an, die sich in Griesheim und Nied niederließen. Von da an wachsen die beiden Stadtteile stetig weiter von knapp 2000 bis zuletzt auf über 40.000 Einwohner und prägen die „Mainzer“ mit ihren Häusern, Geschäften und Cafés. 1928 werden Nied und Griesheim zu Frankfurter Stadtteilen.
Frankfurts Stadtgeschichte spiegelt sich auf der Mainzer Landstraße
Die Mainzer Landstraße ist in gewisser Hinsicht ein Spiegel der Entwicklung Frankfurts der vergangenen 200 Jahre: Von einer zunächst landwirtschaftlich geprägten Straße über die Industrialisierung mit ihren Fabriken und den Zerstörungen in den beiden Weltkriegen bis hin zur Entwicklung der Stadt als Finanzmetropole finden sich alle Facetten entlang der Mainzer Landstraße. So ist eine Fahrt die Mainzer Landstraße entlang nicht nur eine Reise durch die Stadt, wo Kontraste aufeinandertreffen, sondern auch eine durch Frankfurters Stadtgeschichte. Wer sich auf der „Mainzer“ aufhält, erlebt die Stadt als Finanzmetropole und „Global City“ mit internationalem Publikum. Ebenso sind Kleingartenanlagen und Naherholungsgebiete ein Teil von ihr. Der Wandel der Straße ist weiterhin im vollen Gange, ob es die Bebauung von Brachflächen ist, oder die Eröffnung neuer Restaurants und Geschäfte. Ganz so, wie sich das Stadtbild Frankfurts stetig wandelt.
Gleich mehrfach zeigten am gestrigen Mittwoch (26. März 2025) bislang Unbekannte, dass unsachgemäßer Umgang mit Feuerwerkskörpern nicht nur rund um Silvester ein Thema ist. Bereits am Morgen gegen 09:45 Uhr warfen Unbekannte Raketen und Böller in ein offenstehendes Fenster eines Mehrfamilienhauses in der Kiefernstraße. Das Feuerwerk zündete im Schlafzimmer der Bewohnerin und beschädigte die Einrichtung. Nur durch großes Glück entstand in der Wohnung kein Feuer. Hinweise auf den oder die Täter liegen derzeit nicht vor.
Gegen 19:30 Uhr meldeten Anwohner der Burgfriedenstraße in Rödelheim mehrere Knallgeräusche, sowie das Abbrennen von Feuerwerkskörpern. Die alarmierten Streifen konnten vor Ort keine Tatverdächtigen mehr antreffen. Diese hatten zuvor Feuerwerkskörper in einem Zigarettenautomaten, einem Mülleimer und einem Hauseingang der Burgfriedenstraße Höhe Hausnummer 14 gezündet. Auch hierbei wurde glücklicherweise niemand verletzt. Schäden konnten die eingesetzten Beamten nicht feststellen, sodass es bei einer versuchten Sachbeschädigung durch Feuer und dem Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz bleibt. (Quelle: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, Pressestelle)
Frankfurt am Main Unterliederbach
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