Kategoriearchiv: Kunst

Stadt Frankfurt trauert um Zeichner und Autor Hans Traxler

ffm. Die Stadt Frankfurt gibt im Namen der Familie Traxler bekannt, dass der Zeichner, Maler und Autor Hans Traxler am Montag, 24. August, im Alter von 97 Jahren in Frankfurt am Main verstorben ist. Traxler, der 1929 in Herrlich in Böhmen geboren wurde, gehörte zu den bekanntesten und einflussreichsten Zeichnern und Autoren der Komischen Kunst in Deutschland. Er war Mitbegründer der Satiremagazine Pardon und Titanic und Mitglied der Künstlergruppe „Neue Frankfurter Schule“, unter deren Einfluss sich das Komikverständnis in Deutschland grundlegend veränderte. Traxler ist Träger der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt und hinterlässt ein umfangreiches Werk an Cartoons, Bildgedichten, Illustrationen und Kinderbüchern.

Oberbürgermeister Mike Josef sagt: „Wir verlieren einen großen Künstler und eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Hans Traxlers kreatives Wirken hat tiefe Spuren nicht nur in Frankfurt hinterlassen. Als Mitglied der ‚Neuen Frankfurter Schule‘ war er federführend daran beteiligt, von Frankfurt aus die Komiklandschaft in Deutschland neu zu prägen. Als er in den 1980er Jahren den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl als Birne zeichnete, schuf er eine ikonische Bildsprache für das kollektive Gedächtnis der Bundesrepublik. Mit dem ICH-Denkmal im Frankfurter Grüngürtel hat er der Stadt das vielleicht demokratischste aller Denkmäler geschenkt. Seit 2005 steht es gerade in Zeiten vieler gesellschaftlicher Probleme für die Wichtigkeit eines jeden Menschen. Unter dem Motto ‚Jeder Mensch ist einzigartig‘, ist es ein sichtbares Zeichen für Integration, Vielfalt und Toleranz. Als Wahlfrankfurter hat er unserer Stadt viel gegeben und von hier aus bundesweit gewirkt. Hans Traxler war für unsere Stadt eine feste Größe, was mit der Verleihung der Goethe-Plakette an ihn zum Ausdruck kam. Wir verneigen uns vor einem beeindruckenden Lebenswerk.“

„Der Abschied von Hans Traxler fällt schwer. Besonders haben mir seine Kinderbücher und seine Cartoons gefallen. Sein warmer, manchmal spitzer Humor hat zusammen mit seinen weichen und großartigen Zeichnungen immer ein perfektes Gesamtwerk ergeben“, sagt Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke. Mit seinem unverwechselbaren Werk habe Traxler die kulturelle Identität Frankfurts über Jahrzehnte mitgeprägt und der Stadt weit über ihre Grenzen hinaus eine eigene, humorvolle Stimme gegeben. Sein Wirken werde in Frankfurt ebenso weiterleben wie in den vielen Büchern, Zeichnungen und Geschichten, die Generationen begleitet haben. „Er wird uns sehr fehlen“, sagt Korenke.

Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, sagt: „Es stimmt mich sehr traurig, dass wir uns von Hans Traxler verabschieden müssen. Er gehörte zu den herausragenden Künstlern der Komischen Kunst – in Frankfurt, bundesweit und auch darüber hinaus. Es gab zahlreiche internationale Übersetzungen seiner Werke – wie beispielsweise im koreanischen, japanischen oder amerikanischen Sprachraum. Sein feiner Humor hat mir schon früh als Leserin der Titanic außerordentlich gefallen. Hans Traxler war Perfektionist und legte Wert auf höchste Qualität. Diese hohen Anforderungen an sich und andere führten zu außerordentlichen Ergebnissen. Das Werk von Hans Traxler wird weit über die Gegenwart hinaus Bestand haben und künftige Generationen inspirieren. Wir alle und insbesondere die Komische Kunst verlieren mit ihm eine große kreative Persönlichkeit.“

„Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche“

Hans Traxler war Satiriker, Maler, Zeichner, Illustrator und schuf als Autor satirische Texte sowie Kinderbücher. Zusammen mit F. W. Bernstein, Bernd Eilert, Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, Pit Knorr, Chlodwig Poth und F. K. Waechter bildete er die Künstlergruppe „Neue Frankfurter Schule“. Die legendäre Elch-Gruppe stellte eine bundesrepublikanische Größe dar – mit ihrer Zentrale in Frankfurt am Main. Der Zweizeiler „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche“ von F. W. Bernstein wurde ihr Leitspruch. Zeichnerisch umgesetzt hat ihn Hans Traxler. Der Elch findet sich auch wieder im Logo des Caricatura Museums, 2008 wurde die Bronzefigur vor dem Museum eingeweiht.

Zu Traxlers frühesten und bekanntesten Werken gehört die Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ (1963). 1962 war er Mitgründer des Satire-Magazins „Pardon“.

Die späten 1970er und die 1980er Jahre waren für Traxler ungemein produktive Jahre. Neben der Gründung der „Titanic“ arbeitete er für das Zeit-Magazin, für die Magazine der FAZ, der Süddeutschen Zeitung und andere. 1982 erschien „Birne – das Buch zum Kanzler” mit Texten von Pit Knorr. Als einer der ersten deutschen Cartoonisten schaffte er es mit „Aus dem Leben der Gummibärchen“ von 1992 bis auf den amerikanischen Cartoonmarkt.

2005 schenkte Traxler seiner Wahlheimat Frankfurt das ICH-Denkmal im Frankfurter Grüngürtel. Unter dem Motto „Jeder Mensch ist einzigartig“ kann sich jeder auf dem mit „ICH“ beschrifteten Sandsteinsockel fotografieren und so zum eigenen Denkmal werden.

Auch im hohen Alter noch ausgesprochen kreativ

Vom schnellen Tagesgeschäft zurückgezogen, blieb Hans Traxler als Autor und Illustrator bis zuletzt ungemein kreativ. 2024 erschien „Wie die Malerei verschwand. Eine Kunstgeschichte“, eine satirisch-realistische Abrechnung mit dem Kunst- und Lehrbetrieb. 2025 folgten „Eine Ode an den Ammersee“, eine humorvoll pointierte Hommage an seinen Lieblingssee und „Die Bildergedichte“, mit Klassikern und vielen neuen Bilderserien des Künstlers sowie eine Neuauflage von Mark Twains „Bummel durch Europa“ mit Illustrationen Traxlers.

Eine Kurzbiographie von Hans Traxler findet sich beigefügt als PDF-Dokument zum Download.

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Kurzbiographie von Hans Traxler

(Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Fortbestand der Frankfurter Euro-Skulptur gesichert

Die Euro-Skulptur am Willy-Brandt-Platz bleibt dank des gemeinsamen Engagements der Stadt Frankfurt am Main, der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europa Union Frankfurt (EUF) erhalten. Die 14 Meter hohe Skulptur von Ottmar Hörl wurde im Dezember 2001 anlässlich der Einführung des Euro auf dem Willy-Brandt-Platz auf Initiative von Prof. Manfred Pohl errichtet. Zuletzt war ihr Erhalt ungewiss, da Sponsoren abgesprungen waren.

Unter der Federführung des Dezernats für Bürger:innen, Digitales und Internationales wurde eine gemeinsame Lösung für den Fortbestand des bekannten Symbols in der Frankfurter Innenstadt erarbeitet. Mit der EZB und der EUF hat die Stadt weitere Unterstützer zum Erhalt des Wahrzeichens gefunden.

Die EUF übernimmt den Besitz vom bisherigen Betreiber, dem Frankfurter Kultur Komitee. Die Stadt Frankfurt und die EZB werden mit einem jährlichen Zuwendungszuschuss die finanziellen Mittel zum Erhalt bereitstellen.

„Der Euro als Währung für 20 Länder, ab Januar 2026 sogar 21, vereint uns in der Europäischen Union: Wir alle bezahlen täglich damit und internationales Handeln und Reisen ist dank des Euro einfach geworden“, sagt Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger:innen, Digitales und Internationales. „Für mich war es eine Herzensangelegenheit, dieses Symbol einer internationalen Gemeinschaft und eines der beliebtesten Fotomotive in Frankfurt zu erhalten. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir als Stadt gemeinsam mit der EZB und der Europa Union eine Lösung gefunden haben.“

Klaus Klipp, Vorsitzender der EUF, sagt: „Das Zeichen der Euro-Skulptur versteht jeder. Es zeigt die Einheit Europas, und der Euro verbindet uns alle. Deshalb wird die Skulptur auch ständig von Menschen aus aller Welt als Fotomotiv genutzt. Sie steht auch für die Rolle Frankfurts als zentraler Ort der Europäischen Union.“

„Der Euro verkörpert die Idee eines vereinten Europas und symbolisiert die Arbeit der EZB. Daher freuen wir uns, gemeinsam eine Lösung gefunden zu haben, die Zukunft der Skulptur für die Tausenden von Menschen zu sichern, die sie in Frankfurt besuchen“, sagt EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Finanzierung lange ungewiss

Bisheriger Eigentümer der Euro-Skulptur war das Frankfurter Kultur Komitee, ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Stärkung Europas einsetzt. Dessen Vorstandsvorsitzender Prof. Manfred Pohl, sagt: „Bei der Einführung des Euro 2001/2002 initiierte ich über EURO-Point e.V., dem Vorgängerverein des Frankfurter Kultur Komitee e.V, zahlreiche Initiativen, wie z.B. die Versteigerung der 1000 Euro-Taler für krebskranke Kinder europaweit. Die Euro-Skulptur am Willy-Brandt-Platz war eine dieser Initiativen und machte die Stadt Frankfurt als ‚City of the Euro‘ weltweit bekannt. Bis 2020 war die Finanzierung über private Sponsoren, darunter Bürger:innen der Stadt Frankfurt sowie Banken, gesichert.“

In den letzten fünf Jahren hatte dieser Verein nach Sponsoren für die jährlichen Reparaturkosten gesucht. Die Stadt Frankfurt hatte sich mit intensiven Gesprächen und Verhandlungen mit möglichen Unterstützern dafür eingesetzt, das Symbol zu erhalten.

Hintergrund Europa Union Frankfurt

Europa Union Frankfurt ist ein gemeinnütziger und überparteilicher Verein junger Frankfurterinnen und Frankfurter. Sie sehen Frankfurt als diverse und internationale Stadt im Herzen eines föderalen Europas. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

„Alt-Höchst – in Cartoons“ von Peter H. Schäfer

Finissage am 14. August im Porzellanmuseum

Szenen aus der Höchster Geschichte, humorvolle und spitzfindige Beobachtungen des Alltagslebens im Frankfurter Stadtteil: Mit einer Auswahl seiner Cartoons war der Höchster Zeichner und Grafikdesigner Peter H. Schäfer seit 2016 im Porzellan Museum präsent. Seine Sonderausstellung „Alt-Höchst – in Cartoons“ wird nun am Mittwoch, 14. August, im Porzellan Museum Frankfurt, Bolongarostraße 152, dem Höchster Geschichtsverein übergeben.

Der 1939 in Höchst geborene Peter H. Schäfer entdeckte schon als Kind seine Liebe zum Zeichnen und machte sie nach einer grafischen Ausbildung zum Beruf: 22 Jahre lang arbeitete er als Grafikdesigner in der Werbeabteilung der Hoechst AG und entwarf Plakate und Cartoon-Kalender zum Hoechst-Marathon. 1994 machte er sich selbständig und engagierte sich verstärkt im Stadtteil Höchst, lieferte bis 2011 Cartoons für die Zeitung „Alt Höchst“ und gestaltete die Höchster Schlossfesthefte.

Mit dem Porzellanmuseum in der Höchster Bolongarostraße ist Peter Schäfer über seine Cartoons in Prospekten, Flyern und auf Plakaten eng verbunden. Zu seinem 85. Geburtstag macht er seine Sonderausstellung „Alt-Höchst in Cartoons“ nun seinem Stadtteil zum Geschenk und übergibt sie am 14. August dem Höchster Verein für Geschichte und Altertumskunde. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Achim Frenz gestorben

Plötzlich und unerwartet ist der ehemalige Leiter des Caricatura Museums Frankfurt, Achim Frenz, in der Nacht zum 11. März 2024 verstorben. Erst im Oktober des vergangenen Jahres wurde Frenz aus dem aktiven Dienst als Leiter des Museums bei der Stadt Frankfurt verabschiedet, welches er seit seiner Gründung im Jahr 2008 leitete. In seiner Zeit als Leiter des Museums verantwortete Frenz den Aufbau und die Erweiterung der Sammlung des Hauses, die zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand mehr als 8000 Originale der Zeichner der Neuen Frankfurter Schule sowie rund 6500 Zeichnungen weiterer Karikaturisten umfasste. Unter seiner Leitung wurden die regelmäßigen Neuhängungen der Dauerausstellung zur Neuen Frankfurter Schule und 42 Sonderausstellungen kuratiert. Krönender Abschluss seiner Karriere war die aktuelle Ausstellung „Ach was. Loriot zum Hundertsten“ zu Ehren des wohl bedeutendsten deutschen Humoristen.

Der 1957 in Bremerhaven geborene Achim Frenz kam schon früh mit der Komischen Kunst in Berührung und zeigte sich federführend dabei, dass die Komische Kunst als eigenständige Kunstform anerkannt wurde. Sein Studium an der Kunst- und Gesamthochschule Kassel schloss er mit der Diplomarbeit „Die Grenzen der Satire“ ab. Im Künstlerkollektiv „Visuelle Opposition“ erarbeitete und verbreitete Achim Frenz auch politische Plakate mit komisch-satirischen Ansatz. Prägend waren schon während seines Studiums für ihn F.K. Waechter und F.W. Bernstein, Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule.

Für eine dauerhafte Präsenz der Komischen Kunst sorgte er mit seinen Beiträgen zur Gründung der Caricatura Galerie Kassel und später zum Caricatura Museum Frankfurt. Als Redakteur und Karikaturist war er für die nordhessische Ausgabe des Pflasterstrand aktiv, beim Satiremagazin Titanic war Franz Mitherausgeber.

Allen Familienmitgliedern und Freunden von Achim Frenz ist auch von dieser Stelle das herzlichste Beileid ausgesprochen.

Angriff auf die Kunstfreiheit?

Roger Waters, bekannter Musiker und einst Mitbegründer der Gruppe Pink Floyd, wirft der Stadt Frankfurt am Main einen Angriff auf die Kunstfreiheit vor, nachdem die Messegesellschaft auf Betreiben des Frankfurter Magistrats und des Landes Hessen dem Künstler ein Kündigungsschreiben für sein am 28. Mai 2023 in der Festhalle vorgesehenes Konzert zukommen lassen hat. Begründet wurde die Kündigung mit antisemitischen Äußerungen Roger Waters.

Gestern hat der Künstler angekündigt, sein Recht aufzutreten, notfalls per einstweiliger Verfügung durchsetzen zu wollen. Ein Auftritt in München soll stattfinden.

Der Griff in einen alten Schuhkarton

Es war im März 2010. Ich hatte mich irgendwo im Saarland verlaufen, und natürlich floss die Saar auch ganz in der Nähe vorbei. Noch näher war allerdings ein „Alter Turm“, dessen Ursprünge auf die Zeit der Ottonen zurück geht.

Nicht so alt ist der hier abgebildete Erdgeist, den André Heller geschaffen hat und der im Park der Alten Abtei in Mettlach steht.

Ludwig Windthorst (1812-1891)

Mittig an der Hausfassade eine Zeichnung des Politikers Ludwig Windthorst. Ludwig Windthorst lebte von 1812 bis 1891 und war ein Politiker des katholischen Deutschen Zentrums. Er galt als Widersacher von Reichkanzler Otto Bismarck. In Frankfurt am Main Höchst ist die Windthorststraße nach ihm benannt,

Eine weitere Fassade, teilweise von einem Baum verdeckt, weist auf 100 Jahre Wohnungsbau der Nassauischen Heimstätte hin. Im Vordergrund sitzt ein Mann am Rand eines Spielplatzes. Es ist ein Alltagsmensch. Kinder sind auf dem Spielplatz keine zu sehen.