Die Stadtentwässerung Frankfurt am Main (SEF) setzt die Kanalsanierung in der Liederbacher Straße mit einem individuell angepassten Verfahren um. Die Arbeiten beginnen am Montag, 26. Januar, und werden voraussichtlich zehn Monate andauern.
Der über 90 Jahre alte Kanal weist erhebliche Schäden auf und muss auf einer Länge von 890 Metern ertüchtigt werden. Die Arbeiten dienen der sicheren Abwasserentsorgung in Unterliederbach und sind im Interesse der Bürgerinnen und Bürger notwendig. Betroffen sind die Abschnitte zwischen der Kreuzung Wasgaustraße (Idarwaldstraße) bis zur Kreuzung Gebeschusstraße sowie in den angrenzenden Straßen de-Ridder-Weg, Idarwaldstraße und Peter-Bied-Straße.
Minimalinvasives Verfahren
Die SEF setzt ein individuell an den Bestandskanal angepasstes Verfahren ein, das sogenannte „Einzelrohr-Lining“. Das ist ein minimalinvasives Verfahren, welches zügig und mit den geringsten Auswirkungen auf Verkehr sowie Bewohnerinnen und Bewohner durchgeführt werden kann. Dabei werden millimetergenau vorgefertigte Rohrsegmente in den Kanal eingebracht, aneinandergefügt und fest verbunden. Es entsteht „ein Kanal im Kanal“.
Die Arbeiten erfolgen im Wesentlichen unterirdisch. Lediglich zum Einbringen der Rohrsegmente sind einzelne Baugruben mit Lagerflächen notwendig.
Anwohnerverkehr wird aufrechterhalten
Die SEF richtet insgesamt drei Baustellenflächen für die Dauer der gesamten Maßnahme ein. Nur in diesen Bereichen wird die Liederbacher Straße punktuell für den Verkehr gesperrt sein. Der Anwohnerverkehr kann so während der gesamten Bauzeit gewährleistet werden, alle Adressen sind für die jeweiligen Bewohnerinnen und Bewohner erreichbar.
Die betroffenen Buslinien des ÖPNV werden umgeleitet. Im Kreuzungsbereich Gebeschusstraße/Liederbacher Straße ist zudem der Rückbau des Gehwegs und die Herstellung einer provisorischen Fahrbahn notwendig, sodass auch größere Busse dort passieren können. Der Fußverkehr wird wenige Schritte weiter über eine eigene Ampel geführt. Diese Arbeiten erfolgen im Vorfeld der Kanalsanierungsmaßnahmen bereits ab Montag, 12. Januar.
Oberirdische Abwasserlenkung
Um die Sanierung zügig und reibungslos durchführen zu können, richtet die SEF eine Abwasserlenkung ein. Anfallende Abwässer der Haushalte werden mit Hilfe zweier zentraler Pumpstationen durch oberirdisch aufgeständerte Rohrleitungen abgeführt. Die Abwasserlenkung bleibt während der gesamten Bauzeit bestehen.
Was passiert als nächstes?
Die gesamte Sanierungsmaßnahme erfolgt in vier Bauphasen:
Bauphase 1. Quartal 2026: ab Montag, 12. Januar, bis voraussichtlich Mitte Februar
- Im Kreuzungsbereich Liederbacher Straße/Gebeschusstraße wird der Gehweg rückgebaut und eine provisorische Fahrbahn eingerichtet.
- In der Liederbacher Straße selbst erfolgt die Einrichtung von drei Baustellenflächen. In diesen Bereichen wird die Fahrbahn vollständig gesperrt.
- Die Abwasserlenkung mit Pumpstationen im Kreuzungsbereich Wasgaustraße/Liederbacher Straße und in der Peter-Bied-Straße wird hergestellt.
Bauphase 1. bis 3. Quartal 2026: ab Mitte Februar bis voraussichtlich Juli
- Im Kanal selbst werden vorbereitenden Stemmarbeiten durchgeführt. Sie erfolgen abschnittsweise ab Höhe Wilhelm-Roser-Weg in östliche Richtung bis Kreuzungsbereich Gebeschusstraße.
- Im Zuge der Arbeiten wird die Liederbacher Straße im jeweiligen Abschnitt halbseitig gesperrt.
- Die erste Baugrube wird hergestellt.
Bauphase 2. und 3. Quartal 2026: voraussichtlich Anfang April bis Mitte August
- Im Bereich der ersten Baugrube startet der Einbau der Einzelrohre.
Bauphase 3. bis 4. Quartal 2026: voraussichtlich Mitte August bis Ende Oktober
- Der Einbau der Rohre wird sukzessive fortgesetzt bis zum Kreuzungsbereich Gebeschusstraße.
Nach Abschluss der sanierten Kanalstrecke wird der Gehweg an der Kreuzung Gebeschussstrasse/Liederbacher Strasse wiederhergestellt und die Baustelleneinrichtungen, die Pumpstationen und die Abwasserlenkung rückgebaut.
Individuell angepasstes Sanierungsverfahren
Der öffentliche Kanal in der Liederbacher Straße ist ein sogenannter „Sammler“, also ein Hauptabfluss, über den die Abwässer eines großen Teils von Unterliederbach der Kläranlage zugeführt werden. Es handelt sich um einen historischen Kanal aus Beton. Seine Sanierung war bereits im Sommer 2024 in Angriff genommen worden. Während der bauvorbereitenden Arbeiten waren jedoch unvorhersehbare technische Schwierigkeiten aufgetreten, die eine Umstellung des Sanierungsverfahrens nötig machten. Das nun zum Einsatz kommende „Einzelrohr-Lining“ erfüllt die spezifischen Anforderungen vor Ort am zuverlässigsten und hält zugleich die Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner am geringsten.
Für Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten bittet die Stadtentwässerung um Verständnis. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)