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100. „Stromer“ in Frankfurt unterwegs

ffm. Mehr als 100 Linienbusse fahren in Frankfurt am Main mittlerweile batterieelektrisch oder wasserstoffbetrieben – das ist mehr als ein Viertel der Flotte. Die Schwelle von 100 Fahrzeugen ist im Fahrplanjahr 2026 durch die Indienststellung von neun batterieelektrischen Bussen des Herstellers Ebusco überschritten worden. Diese Fahrzeuge setzt das Verkehrsunternehmen Transdev Rhein-Main GmbH (TDRM) auf der Linie 56 zwischen Rödelheim, Sossenheim und Eschborn sowie auf der Linie 71 in Praunheim und der Nordweststadt ein.

Anlässlich dieses Meilensteins hat Verkehrsdezernent Yannick Schwander zusammen mit Claudia Wolf und José Luis Lombardi aus der Geschäftsführung der TDRM und Prof. Tom Reinhold, Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ, eine Zwischenbilanz der Elektrifizierung der städtischen Linienbusflotte gezogen. Im Frankfurter Busnetz sind mittlerweile 109 von insgesamt 418 Bussen mit lokal emissionsfreien Antrieben unterwegs. Damit gehört die Frankfurter E-Busflotte zu den größten in Deutschland. „Mit mehr als 100 E-Bussen ist die Verkehrswende in Frankfurt für die Fahrgäste sichtbar und im Alltag angekommen. Der 100. Elektrobus steht dabei symbolisch für den gezielt vorangetriebenen Wandel im Frankfurter Busverkehr und den erfolgreichen Weg, den Frankfurt seit 2018 verfolgt“, sagt Schwander.

Strom aus der Müllverbrennung

Teil einer Vorführfahrt mit dem 100. Stromer war ein Zwischenstopp am Müllheizkraftwerk (MHKW) Frankfurt in Heddernheim. Dort werden die Elektrobusse der TDRM aufgeladen. Das MHKW wird von der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) und dem Energieversorger Mainova betrieben. Es erzeugt unter anderem Strom durch die Verbrennung von Hausmüll. Die Kooperation zwischen FES und Transdev umfasst zudem die Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge in der FES-Fahrzeugwerkstatt in Heddernheim. „In dieser in Deutschland einzigartigen Zusammenarbeit werden Müllverbrennung, Energieerzeugung und lokal emissionsfreie Mobilität miteinander verknüpft“, erläutert TDRM-Geschäftsführerin Wolf. „Frankfurt zeigt hier, wie man die Ressourcen einer Stadt effizient nutzt und dabei Klimaschutz und Daseinsvorsorge zusammendenkt“, ergänzt FES-Geschäftsführer Dirk Remmert.

Technologieoffenheit als Erfolgsrezept

Bei den Bussen setzt die Stadt sowohl Fahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb als auch solche mit Wasserstoffbrennstoffzelle ein. „Wir setzen bei der Elektrifizierung der Busflotte weiter bewusst auf einen technologieoffenen Mix, um uns nicht von einer einzigen Antriebsart abhängig zu machen“, betont Schwander. „Damit gehen wir konsequent den Weg weiter, der bei der Entwicklung der Elektrifizierungsstrategie eingeschlagen wurde.“ Zudem geht die Stadt als Vorbild für die Bevölkerung voran. „Dadurch werden auch die Anwohnerinnen und Anwohner entlastet, die von weniger lokalen Emissionen und deutlich weniger Lärm profitieren“, unterstreicht der Verkehrsdezernent.

traffiQ-Geschäftsführer Reinhold betont: „Die Betriebskosten eines Elektrobusses liegen inzwischen rund 40 Prozent niedriger als die eines vergleichbaren Dieselbusses, und die Reichweiten von 250 bis 300 Kilometern mit einer Ladung haben sich verbessert. Dadurch wird der Betrieb von Bussen mit Batterietechnik auch wirtschaftlich immer attraktiver.“ Aus gutem Grund setze Frankfurt dennoch auf den Doppelansatz: „Brennstoffzellenbusse stellen insbesondere aufgrund ihrer größeren Reichweite weiterhin eine wichtige Ergänzung des Angebots dar.“ Angesichts der stark gestiegenen Dieselpreise und der gleichzeitig stabilen Preise beim Betrieb der E-Busse zahlt sich der Umstieg auf lokal emissionsfreie Antriebe klar aus.

Vollständige Elektrifizierung bis zum Jahr 2033

Die nächsten Schritte sind bereits geplant. Im Frankfurter Westen wird das Busbündel B von 2027 an mit zehn weiteren Elektro-Solobussen verstärkt. Für den Frankfurter Osten ist für 2028 die Beschaffung von 39 Elektrobussen vorgesehen. Dafür entsteht an der Flinschstraße in Seckbach das neue Elektro-Busdepot Ost der In-der-City-Bus GmbH (ICB). Von Dezember 2028 an werden zudem die Kleinbuslinien 25, 57, 81, 82, 83 und 85 im Bündel H zusammengefasst und vollständig elektrisch betrieben.

Als Ersatz für den Betriebshof Römerhof plant die ICB zudem mit dem Elektro-Busbetriebshof West in der Lorscher Straße in Rödelheim, Platz und Ladekapazitäten für 200 Batterie- und Wasserstoffbusse zu schaffen. Als Übergangslösung bis zur Inbetriebnahme dieses Elektro-Busbetriebshofs hatte die ICB zuletzt 52 herkömmliche Dieselbusse in Betrieb genommen. „Mit dieser pragmatischen Lösung sichern wir für die Fahrgäste ein zuverlässiges und hochwertiges Nahverkehrsangebot in der Übergangszeit bis zur vollständigen Elektrifizierung der Linienbusflotte ab“, erklärt Schwander. „Das Ziel ist klar gesetzt: Bis 2033 soll die gesamte Frankfurter Busflotte vollständig auf lokal emissionsfreie Antriebe umgestellt sein.“ Damit wird dann der gesamte Nahverkehr lokal emissionsfrei sein, denn U-Bahnen und Straßenbahnen sind bereits elektrisch betrieben.

Zahlen und Fakten

  • 418 Busse umfasst die Frankfurter Busflotte.
  • 109 Busse fahren inzwischen mit alternativen Antrieben.
  • 77 Fahrzeuge sind batterieelektrisch unterwegs.
  • 32 Fahrzeuge werden mit Brennstoffzellentechnik elektrisch angetrieben.
  • 26 Prozent beträgt die aktuelle Elektrifizierungsquote.
  • Bis 2033 soll die Busflotte vollständig auf alternative Antriebe umgestellt sein.