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English Theatre Frankfurt zurück

Das English Theatre Frankfurt (ETF) ist zurück an seiner angestammten Spielstätte: Am Freitag, 24. April, hat das Haus im Beisein zahlreicher geladener Gäste, darunter Oberbürgermeister Mike Josef, Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), und Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, offiziell seine Rückkehr in das Gallileo-Hochhaus an der Gallusanlage gefeiert. Im Mittelpunkt des Abends stand die Premiere des Stücks „Churchill in Moscow“ des renommierten britischen Dramatikers Howard Brenton.

„Wir feiern die Rückkehr eines kulturellen Ortes, der unsere Stadt bereichert, verbindet und inspiriert“, sagte Oberbürgermeister Josef in seiner Begrüßungsrede. „Ein besonderer Ort, der zeigt, wie lebendig, international und offen Frankfurt ist und bleiben will.“

Das English Theatre wurde 1979 gegründet und hat sich seitdem als feste Größe in der Frankfurter Kulturlandschaft etabliert. Heute ist es das größte englischsprachige Theater auf dem europäischen Kontinent. Seit 2003 ist es im Sockel des Gallileo-Hochhauses im Frankfurter Bankenviertel beheimatet. Doch in den vergangenen zwei Jahren musste das Theater seine eigene Spielstätte verlassen und auf andere wie das ehemalige Fritz-Rémond-Theater im Zoo-Gesellschaftshaus und die Frankfurter Volksbühne ausweichen. Nach einem Eigentümerwechsel und der Übernahme durch das Immobilienunternehmen CapitalLand aus Singapur wurde das Gebäude saniert. Die Stadt Frankfurt hat die Räume im Erd- und Untergeschoss von CapitalLand gemietet und vermietet sie wiederum an das Theater unter. In den oberen Etagen arbeiten mittlerweile die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EZB-Bankenaufsicht.

„Dass wir heute hier stehen, ist auch ein Zeichen der Widerstandskraft und Stärke dieses Hauses“, sagte Josef. Das intensive Ringen um den Erhalt des eigenen Spielorts sowie die überbrückende Bespielung fremder Bühnen habe eine extreme Belastung dargestellt. „Dieses Theater aber hat sich immer wieder neu erfunden – getragen von Engagement, Kreativität und einer starken Community, die fest an seine Bedeutung glaubt“, sagte der Oberbürgermeister und bedankte sich bei EZB-Präsidentin Lagarde, dass sie sich für den Fortbestand der Institution eingesetzt und ihre Ankündigung wahrgemacht habe, in die Frankfurter Stadtgesellschaft hineinwirken zu wollen.

Dem English Theatre wünschte Josef eine Zukunft voller kreativer Energie, mutiger Produktionen und begeisterter Zuschauerinnen und Zuschauer. „Herzlich willkommen zurück – und Vorhang auf für eine neue Ära dieses außergewöhnlichen Theaters.“

Kulturdezernentin Hartwig sagte: „Nach der langen Phase des Interims ist das ETF nun endlich wieder zurück an seiner Heimspielstätte. Es war für alle Beteiligten nicht immer einfach, doch die Zeit der Unsicherheit ist nun vorbei. Ich freue mich, dass das English Theatre gleich mit einem Stück des angesehenen Theaterautors Howard Brenton in die neue Saison starten kann und wünsche viele ausverkaufte Vorstellungen. Welcome back ETF!“

Daniel Nicolai, Intendant des English Theatre, sagte zu den Gästen: „Für das ETF ist es ein Meilenstein, dass wir endlich in unserer angestammten Spielstätte zurückkehren. Michel Friedman, mit dem wir den StreitClub präsentieren, hat zu dem Kampf um die Spielstätte gesagt: ,Ein Theater ohne Spielstätte ist kein Theater.‘ Wahre Worte, Kunst braucht einen Rahmen und ohne Spielstätte waren wir unsichtbar. Jetzt, da wir wieder sichtbar sind, können wir etwas bewegen. Neben den Vorstellungen finden wieder Programme für Schulen, Workshops, Lesungen und Poetry Slams statt. Gleichzeitig liegt noch viel vor uns. Zwei Jahre ohne Spielstätte haben das ETF stark belastet, und nach 23 Jahren besteht auch baulicher Renovierungsbedarf. Dafür suchen wir weiterhin Unterstützer. Für die Hilfe und den Rückhalt aus allen Bereichen der Gesellschaft sind wir sehr dankbar.“

Bereits am 11. April hatte das English Theatre mit einem Soft Opening und der Wiederaufnahme des erfolgreichen Musicals „Something Rotten!“ erste Einblicke in den Spielbetrieb gegeben. Mit „Churchill in Moscow“ startet nun aber nach der langen Pause das erste Stück an bekannter und altbewährter Stelle. Weitere Informationen gibt es unter english-theatre.de. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)