Mittlerweile hat sich die Bahn zu den Ausfällen in der Nacht geäußert, der planmäßige Tausch einer technischen Komponente habe für die Störungen im Bahnfunksystem und für den fast vollständigen Ausfall des Bahnverkehrs gesorgt. Zwar fuhren gegen 00:30 Uhr erste Züge wieder, aber Fahrgäste wurden darüber nicht informiert. So soll ein fast leerer ICE von Frankfurt am Main aus Richtung Mannheim und Stuttgart aufgebrochen sein, Informationen im Bahnhof und am Bahnsteig gab es hierzu nicht.
Ein Notfallmanagement, welches diesen Namen auch verdient, gibt es bei der Deutschen Bahn AG offensichtlich nicht. Dies ist genauso lückenhaft wie die technische Modernisierung bei den sogenannten Generalsanierungen. So war in Hessen zu beobachten, dass Züge nach der groß angekündigten Sanierung erst einmal langsamer unterwegs waren als vorher. Und man lernte schnell, dass „fertig“ – in Form einer Feier gewürdigt – nicht immer „fertig“ heißt. Man hatte sich teilweise für Leistungen gefeiert, die man gar nicht erbracht hatte.
Auch das Anlaufen des Bahnverkehrs hat man zu früh gefeiert. Denn dabei hat man es versäumt auch den Güterverkehr in die Betrachtung einzubeziehen. Denn als die Bahn einen weitgehenden Erfolg meldete, teilte der Wettbewerberverbands Die Güterbahnen mit, dass immer noch die Hälfte der Züge stünder.
Scheuklappen sind bequem.