Abwassergebühren in Frankfurt steigen

ffm. Der Magistrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Anpassung der Abwassergebühren beschlossen und wird diese nun der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorlegen.

Erstmals seit sieben Jahren plant die Stadt Frankfurt eine Anpassung der Abwassergebühren. Hintergrund sind allgemeine Kostensteigerungen, sowie hohe Instandhaltungs- und Sanierungskosten des Frankfurter Kanalnetzes. Bei Zustimmung der Stadtverordneten ist geplant, die Gebühren für das Schmutzwasser von 1,45 Euro pro Kubikmeter auf 2,10 Euro pro Kubikmeter und die Niederschlagswassergebühr von 0,50 Euro pro Quadratmeter auf 0,68 Euro pro Quadratmeter zu erhöhen.

Mit der Gebühr betreibt die Stadtentwässerung Frankfurt (SEF), als hundertprozentiger Eigenbetrieb der Stadt Frankfurt, ein Kanalnetz von über 1600 Kilometern Länge. Dies entspricht etwa der Strecke von Frankfurt nach Krakau und zurück. Täglich behandelt die SEF im Durchschnitt 330 Millionen Liter Abwasser, was etwa zwei Millionen Badewannen pro Tag entspricht. Mit der Abwasserreinigung wird eine Wasserqualität erreicht, die zum Gesundheitsschutz der Einwohnerinnen und Einwohner sowie zur Verbesserung der Gewässer beiträgt.

Stetiger Sanierungs- und Instandhaltungsbedarf

Die SEF betreibt Kanalsysteme und Kläranlagen, die zu den ersten ihrer Art auf dem europäischen Festland zählen und aus dem Jahr 1867 stammen. Die lange Nutzungsdauer der damals händisch gemauerten Kanäle ist durch intensive Pflege und ständige Instandhaltung der Bauwerke und Anlagenteile möglich. Für die Instandhaltung und Anpassungsarbeiten sind jedoch entsprechende finanzielle Mittel erforderlich.

Hinzukommen allgemeine Kostensteigerungen für den Betrieb und den Bau von circa zwei Prozent pro Jahr sowie zusätzlich auch neue gesetzlich vorgeschriebene Reinigungsanforderungen. So müssen aufgrund strengerer Gesetzesvorgaben zukünftig strengere Grenzwerte für verschiedene Inhaltsstoffe eingehalten und zusätzliche Spurenstoffe aus dem Abwasser eliminiert werden.

Die Frankfurter Abwassergebühren bleiben im hessenweiten Vergleich auf niedrigem Niveau

Wie sich die Anpassung der Gebühren auf die einzelnen Einwohnerinnen und Einwohner auswirken wird, kann nur auf Basis von durchschnittlichen Verbrauchszahlen abgeschätzt werden. Setzt man beispielsweise den Verbrauch einer vierköpfigen Familie pro Jahr bei circa 177 bis 185 Kubikmeter Frischwasser an, ergibt sich ein monatlicher Mehrbetrag von circa zehn Euro pro Familie. Im hessenweiten Vergleich, liegen die angepassten Gebühren in Frankfurt mit 2,10 Euro pro Kubikmeter deutlich unter dem hessischen Schnitt (2,75 pro Kubikmeter).

„Uns ist bewusst, dass steigende Kosten für viele Frankfurterinnen und Frankfurter eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen. Gleichzeitig wollen wir sicherstellen, dass unsere Abwasserinfrastruktur auch künftig leistungsfähig bleibt und nachhaltig funktioniert. Gestiegene Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung sowie notwendige Investitionen erfordern leider eine Anpassung der Gebühren. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen eine belastbare und zukunftsfähige Infrastruktur, die unserer stetig wachsenden Stadt und den Bedürfnissen ihrer Bürgerinnen und Bürgern gerecht wird. Die Belastungen für alle Frankfurterinnen und Frankfurter wollen wir dabei so gering wie möglich halten“, sagt Yannick Schwander, Dezernent für Verkehr, Mobilität und Logistik. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

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