Malariaerkrankungen in Frankfurt – Ergebnisse der Genomanalyse liegen vor

ffm. Dem Gesundheitsamt Frankfurt liegen die Ergebnisse der Genomanalyse vor, mit der das Institut für Tropenmedizin (ITM) in Antwerpen, Belgien, die acht Fälle von Flughafenmalaria aus dem Sommer und Spätsommer dieses Jahres untersucht hat. „Die untersuchten Malariaerreger konnten genetisch drei unterschiedlichen Gruppen zugeteilt werden. Das stützt die Annahme, dass die Übertragungen durch drei unterschiedliche Mücken passiert sind. Sie sprechen auch gegen den Verdacht, dass heimische Mücken die Überträger des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum waren“, erklärt Prof. Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts.

„Plasmodium falciparum“ ist ein Parasit, der durch den Stich einer infizierten weiblichen Anopheles-Mücke während der Blutmahlzeit auf den Menschen übertragen werden kann und eine Malaria-Infektion verursacht. Das ITM in Antwerpen hat Plasmodien aus Blutproben der infizierten Patienten extrahiert und anschließend mit einer Ganz-Genomanalyse untersucht, wie eng die Parasiten aus den einzelnen Fällen genetisch miteinander verwandt sind. Die nun vorliegenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass es sich um drei voneinander unabhängige Einschleppungsereignisse handelt. Dabei ließen sich drei genetisch unterschiedliche Infektionscluster identifizieren, die jeweils den Infektionen im Juli, August und September zugeordnet werden konnten. Die Parasiten innerhalb der einzelnen Cluster waren genetisch eng miteinander verwandt, während sich die drei Cluster genetisch deutlich voneinander unterschieden.

Die Untersuchungen des ITMs liefern zudem Hinweise auf die geographische Herkunft der Erreger. „Die genetischen Analysen deuten darauf hin, dass die Malariaerreger ursprünglich aus Westafrika stammen und vermutlich durch infizierte Mücken nach Frankfurt eingeschleppt wurden“, sagt Tinnemann.

Im Sommer und Spätsommer dieses Jahres erkrankten insgesamt acht Personen an Malaria. Sechs von ihnen hatten sich im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit am Frankfurter Flughafen aufgehalten. Sie erkrankten Anfang Juli beziehungsweise Mitte August. Im September erkrankten zudem zwei im Stadtteil Schwanheim wohnhafte Personen. Drei der acht Erkrankungen verliefen tödlich. Keine der acht Personen hatte zuvor ein Malaria-Endemiegebiet bereist oder eine Bluttransfusion erhalten.

„Malaria tropica“ ist bei frühzeitiger Diagnose und umgehend eingeleiteter Behandlung gut und vollständig behandelbar. Entscheidend ist deshalb, eine mögliche Malaria-Infektion bei entsprechenden Symptomen frühzeitig in Betracht zu ziehen. Das Gesundheitsamt hatte daher die Kassenärztliche Vereinigung Hessen sowie die für den Infektionsschutz zuständigen Behörden über die Entwicklungen informiert. Diese wurden gebeten, Ärztinnen und Ärzten sowie Klinikpersonal für das Malaria-Geschehen im Zusammenhang mit den neu aufgetretenen Fällen zu sensibilisieren. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.