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Archäologische Befunde werden in Wohnkomplex integriert

Am Montag, 2. März, stellten Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, Wolfgang David, leitender Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt, und Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG Frankfurt Holding, ein Modell der künftigen musealen Fläche in der Römerstadt 126-134 vor. Sie soll archäologische Befunde aus der römischen Antike in das geplante Neubauprojekt integrieren.

Ausstellungsfläche des Archäologischen Museums wird mit Wohnprojekt kombiniert

Auf dem Baufeld an der Straße In der Römerstadt 126-134 sollen in einer neuen Wohnanlage rund 190 Mietwohnungen entstehen. Bei Grabungen des städtischen Denkmalamts waren unter anderem ein Steinkeller, eine Gruppe von Töpferöfen, ein Holzkeller und ein weiterer Töpferofen mit erhaltener Kuppel gefunden worden. Um diese etwa 1800 Jahre alten Architekturreste dauerhaft zu erhalten und zudem der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat man sich darauf geeinigt, eine Ausstellungsfläche des Archäologischen Museums mit dem Wohnprojekt zu kombinieren. Es ist vorgesehen, die Ausstellungsfläche im Erdgeschoss und Anbau eines der künftigen Wohnbauten zu integrieren, so dass ein Großteil der archäologischen Befunde umschlossen wird und im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht wird.

Hartwig freute sich über die gefundene Lösung und die Integration der archäologischen Schätze: „Frankfurt hat eine römische Vorfahrin: die antike Stadt Nida, eine wichtige Ortschaft der damaligen Provinz Germania Superior. Die Wissenschaft hat ihre große historische Bedeutung in den letzten Jahren herausgearbeitet. Ich bin sehr froh, dass sich mit der geplanten musealen Fläche eine vielversprechende Lösung abzeichnet, die seit Jahrhunderten vor Ort erhalten gebliebenen Befunde in die neue Wohnungsbebauung zu integrieren, museal zu erschließen und für Besucherinnen und Besucher zugänglich zu machen. Und ich bin sicher, auch die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich auf ihre künftige Nachbarschaft: Wand an Wand mit der römischen Antike.“

Verbindung von Wohnungsbau und Denkmalschutz

Gwechenberger betonte die besondere Verbindung von Wohnungsbau und Denkmalschutz bei diesem Projekt: „Frankfurt steht vor einer doppelten Aufgabe: Wir müssen neuen Wohnraum schaffen und zugleich verantwortungsvoll mit unserer Geschichte umgehen. Beides kommt hier in der Römerstadt in besonderer Weise zusammen. Wir schaffen dringend benötigte Mietwohnungen, sichern zugleich bedeutende archäologische Befunde am Originalstandort und verbinden beides in einem gemeinsamen Projekt. So entsteht ein echter Mehrwert für die künftigen Mieterinnen und Mieter und für die Stadt insgesamt.“

Wolfgang David vom Archäologischen Museum sagte: „Die Integration einer archäologischen Fundstätte mit mehr als 1800 Jahre alten originalen Baubefunden aus römischer Zeit in eine Wohnbebauung ist beispielhaft und wird weit über Frankfurt hinaus Aufmerksamkeit erfahren. Durch ihre Authentizität werden die an Ort und Stelle erhaltenen ältesten Gebäudereste Frankfurts eine besondere Atmosphäre erzeugen. In den umgebenden Ausstellungsflächen werden durch ausgewählte Exponate die Zusammenhänge von Geschichte und Topographie des römischen Nida, das als älteste Stadtanlage und urbanes Zentrum der heutigen Stadt Frankfurt vorausging, verdeutlicht werden. Zudem wird die Möglichkeit zur Durchführung praktischer Werkstattprogramme für Schulen und andere Gruppen geschaffen.“

Junker sagte: „Die in das Wohngebäude integrierte Präsentation der archäologischen Funde direkt an ihrem Fundort in Verbindung mit der Adresse ‚In der Römerstadt‘ wird das zukünftige Quartier sowie die gesamte Siedlung auch aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner einzigartig machen. Wir haben intensiv verhandelt und es hat von allen Seiten Kompromissbereitschaft erfordert, um gemeinsam zu einer guten Lösung zu kommen. Ich freue mich, dass dies gelungen ist.“

In der Ausstellungsfläche wird auch der 2023 geborgene antike Holzkeller gezeigt werden, der sich derzeit noch im Depot des Archäologischen Museums befindet und der dann an seinen Fundort zurückkehrt. Auch Bewohnerinnnen und Bewohner sowie Passantinnen und Passanten sollen über Schaufenster in das Innere der Museumsdependance mit den römischen Baubefunden und ausgewählten archäologischen Funden und Ausstellungsstücken einsehen können.

Das Architekturmodell zur geplanten musealen Fläche wurde im Auftrag des städtischen Kulturamtes von Benjamin Jourdan vom Büro Jourdan & Müller Steinhauser entworfen.

Ein PDF-Dokument mit FAQs zur Präsentation des Nida-Modells steht zum Download zur Verfügung. 

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FAQs zum Nida-Modell

(Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Frankfurts römisches Erbe – Archäologie einer lebendigen Vergangenheit

Am Sonntag, 18. Januar, führt Anna Ruhland um 14 Uhr durch die Sonderausstellung „Frankfurts römisches Erbe – Archäologie einer lebendigen Vergangenheit“ im Archäologischen Museum Frankfurt.

Die Ausstellung zeigt Besucherinnen und Besuchern eine zweite, viel ältere Stadt, die an einigen Orten unter den Straßen und Häusern Frankfurts verborgen liegt. Die ersten römischen Stützpunkte am Main, das städtische Zentrum „Nida“ mit den über das heutige Stadtgebiet verteilten Landgütern in seinem Umland sowie die Ursprünge des mittelalterlichen Frankfurts gibt es unter anderem im Archäologischen Museum zu entdecken. Die Funde aus Frankfurt zeigen, wie Menschen aus dem gesamten Römischen Reich und Einheimische am Main zusammenlebten, handelten und ihrem Glauben nachgingen. Sie erzählen von Militär und Macht, Handwerk und Handel, Göttern und Gemeinschaften – und davon, wie das römische Erbe in der Stadt bis heute fortlebt.

Der Treffpunkt für die Führung ist im Foyer des Archäologischen Museums, Karmelitergasse 1. Interessierte zahlen einen ermäßigten Eintritt von fünf Euro, zuzüglich einer Führungsgebühr von fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und die Freunde des Archäologischen Museums zahlen nur die ermäßigte Führungsgebühr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht möglich. Bei Bedarf können Gruppen eine individuelle Führung per Mail an fuehrungen.archaeologie@stadt-frankfurt.de buchen. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Öffentliche Führung des Archäologischen Museums in der Kaiserpfalz „franconofurd“

Spuren aus rund 2000 Jahren Frankfurter Geschichte gibt es in der Kaiserpfalz „franconofurd“ zu entdecken: Bei der Dependance des Archäologischen Museums handelt es sich um eine Art archäologisches Schaufenster in die Ursprünge der Stadt Frankfurt mit einem römischen Bad, den Mauern des karolingischen Königshofes und einem spätmittelalterlichen Keller. Am Samstag, 17. Januar, findet um 15 Uhr eine Führung mit Astrid Krüger statt, die den Besucherinnen und Besuchern mehr über die ältesten Gebäudereste in der Frankfurter Innenstadt zeigt.

Die Führung dauert etwa 45 Minuten und kostet fünf Euro. Es wird darum gebeten, das Geld passend bereitzuhalten. Für Inhaberinnen und Inhaber der MuseumsuferCard gibt es keine Ermäßigungen. Interessierte haben Zugang zur Kaiserpfalz „franconofurd“ über das Haus Goldene Waage, Markt 5. Vor Ort stehen keine sanitären Anlagen zur Verfügung. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Götter und Helden der Griechen – eine Sonntagsführung

Wie wird die Göttin Athena dargestellt? Wer hat gegen den Nemeischen Löwen gekämpft? Welches Ungeheuer hat Perseus besiegt? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Führung durch die Sammlung Klassische Antike des Archäologischen Museums Frankfurt.

Am Beispiel der prachtvoll bemalten griechischen Vasen befasst sich die Führung zum Thema „Götter und Helden der Griechen“ mit diesen Fragen und taucht in die Welt der Götter und Heroen der alten Griechen ein.

Am Sonntag, 11. Januar, führt Hristomir Hristov um 11 Uhr durch die Ausstellung. Der Treffpunkt ist im Foyer des Archäologischen Museums, Karmelitergasse 1. Besucherinnen und Besucher zahlen einen ermäßigten Eintritt von fünf Euro, zuzüglich einer Führungsgebühr von fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und die Freunde des Archäologischen Museums zahlen nur die ermäßigte Führungsgebühr.

Die Führung ist auch für Familien mit Kindern ab acht Jahren geeignet. (Quelle: Pressenewsletter Stadt Frankfurt am Main) 

Von Bettelmönchen, Stiftern und Klostermauern: Archäologie und Geschichte der Karmeliterkirche

Eine Führung zur Architektur und Geschichte des Archäologischen Museums Frankfurt

Silke Wustmann führt Interessierte am Samstag, 6. Dezember, um 15 Uhr durch das Archäologische Museum. Die frühe Baugeschichte des Karmeliterklosters – heute das Zuhause des Archäologischen Museums Frankfurt – ist durch Urkunden und Klosterdiarien nur unzureichend überliefert. Ausgrabungen 1981/82 in der Karmeliterkirche durch das damalige Museum für Vor- und Frühgeschichte erbrachten jedoch gesicherte Fakten. Besucherinnen und Besucher können in dieser Führung „Von Bettelmönchen, Stiftern und Klostermauern“ das Archäologische Museum einmal anders entdecken.

Treffpunkt für die 90-minütige Führung ist das Foyer des Archäologischen Museums Frankfurt, Karmelitergasse 1. Für die Führung ist der ermäßigte Eintritt in Höhe von fünf Euro zu zahlen, zuzüglich einer Führungsgebühr von sieben Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und die Freunde des Archäologischen Museums zahlen fünf Euro. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Sonderausstellung zu Frankfurts römischem Erbe eröffnet

Unter den Straßen der modernen Metropole verbirgt sich ein zweites, älteres Frankfurt: das römische. Mit der neuen Sonderausstellung „Frankfurts römisches Erbe – Archäologie einer lebendigen Vergangenheit“ macht das Archäologische Museum Frankfurt diesen weitgehend unsichtbaren Abschnitt der Stadtgeschichte in einem umfassenden Überblick erlebbar. Die Ausstellung ist seit heute, 25. November 2025, zu sehen.

Seit den sogenannten Befreiungskriegen gegen Napoleon, als aus nationaler Perspektive nach einer „vaterländischen Vorzeit“ oder einem „deutschen Altertum“ gesucht wurde, und nach der Degradierung Frankfurts zu einer Provinzstadt als Folge der Annexion durch Preußen, wurde das historische Selbstverständnis in der Stadt zu einem erheblichen Maße durch die einstige Bedeutung als Freie (Reichs-) Stadt und Wahl- (seit 1147) sowie Krönungsort (seit 1562) der römisch-deutschen Könige und erwählten Kaiser geprägt. Sichtbarer und populärer Ausdruck eines mit nationaler Perspektive aus dem 19. Jahrhundert tradierten und durch den Historismus geprägten Bildes der Geschichte Frankfurts sind bis heute die Herrscherbildnisse im Kaisersaal des Rathauses Römer sowie der Bezug auf die urkundlich überlieferte Anwesenheit Karls des Großen im Winter 793/794 in der Pfalz franconofurd.

Die vorkarolingische Geschichte Frankfurts, deren Kenntnis allein auf archäologischen Befunden und Funden beruht, fand hingegen kaum Eingang in das historische Bewusstsein der Stadtgesellschaft. Zu den Gründen dafür dürfte gehören, dass das Ruinengelände der römischen Stadt Nida, das im 19. Jahrhundert aufgrund seines Fundreichtums als „deutsches Pompeji“ bezeichnet wurde, bis zur Eingemeindung von Praunheim und Heddernheim im Jahre 1910 noch außerhalb der Stadtgrenzen Frankfurts lag.

Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher ein, die Archäologie Frankfurts Schicht für Schicht freizulegen – von den ersten Militärstützpunkten am Main über das römische Stadtzentrum Nida, die älteste Stadt auf heutigem Frankfurter Boden, bis hin zu den Anfängen des mittelalterlichen Frankfurts.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Region vom ersten Auftreten römischer Truppen am Main bis in das frühe Mittelalter. Anschauliche Karten, Funde und historische Zitate eröffnen den Blick auf den Naturraum rund um Main und Taunus – eine Landschaft, die von römischen Autoren als rau, wasserreich und faszinierend beschrieben wurde. Hier entstanden die ersten römischen Stützpunkte, aus denen sich im Laufe der Zeit das städtische Zentrum Nida mit den über das heutige Frankfurter Stadtgebiet verteilten Landgütern in seinem Umland entwickelte – die älteste Stadt auf Frankfurter Boden.

Nida war ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Tempel, Thermen, Wohnhäuser und Werkstätten erzählen vom Leben in einer römischen Stadt, in der Menschen aus vielen Teilen des Reichs lebten und arbeiteten. Straßen verbanden sie mit der weiten Welt, Handel und Handwerk sorgten für Wohlstand, und in den Heiligtümern verehrten die Bewohner Götter aus Rom, Gallien und dem Osten des Reiches.

Doch schon das römische Frankfurt war von stetigem Wandel geprägt. Im 3. Jahrhundert erschütterten Krisen das Imperium – Grenzen verschoben sich, die Städte veränderten ihr Gesicht. Die Spuren dieser Umbrüche sind ebenso Teil der Ausstellung wie die Frage, was nach dem römischen Abzug geschah: Wie lebten die Menschen weiter, wer übernahm Verantwortung, und wie gestaltete sich der Übergang zu alamannischer und fränkischer Herrschaft? Alte Strukturen blieben teilweise bestehen, neue Verbindungen entstanden. Besonders der Ebel in Praunheim und der Domhügel belegen, wie sich aus römischen Wurzeln allmählich das mittelalterliche Frankfurt entwickelte.

„Frankfurts römisches Erbe“ erzählt nicht nur von Steinen und Artefakten, sondern von Menschen, ihren Lebenswelten und ihren Geschichten. Die Ausstellung zeigt, dass die römische Zeit kein fernes Kapitel ist, sondern ein Fundament, auf dem Frankfurt im Mittelalter stand – und zum Teil bis heute steht. Wer die Stadt mit offenen Augen betrachtet, kann sie überall entdecken – in ihren Straßen, ihrem Namen, ihrer Sprache und ihrer Kultur.

Die Sonderausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Generalkonsul Massimo Darchini vom Consolato Generale d’Italia, Francoforte sul Meno. Sie wird substantiell gefördert von dem Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)